Dramatische Zustände
am 03.08.2006 von http://www.ra-blog.de
Nachdem eine PKH-Abrechnung nun schon seit fünf Wochen auf sich warten lässt, rufe ich mal beim Amtsgericht XY an und frage nach. Ja, die Sache sei vom Kostenbeamten zum Rechtspfleger gegangen. Es könne noch etwas dauern. Denn es wäre gerade ganz schlimm. In allen Einzelheiten wird mir geschildert, wie die Situation ist: Mit 1,5 Leuten müssten 4 Abteilungen am Laufen gehalten werden. Wegen Krankheit, Urlaub und grundsätzlichem Personalmangel. Langsam beschweren sich alle, Anwälte, Parteien, sogar Richter. Der Rückstau sei kaum noch zu bewältigen.
Angesichts der mir geschilderten dramatischen Zustände fürchte ich beinahe einen Heulanfall. Dazu kommt es aber nicht. Dem Justizministerium wird noch einer mitgegeben. Die könnten ja nur kürzen. Die sollten sich das mal vor Ort anschauen kommen. Nun ja, sage ich verständnisvoll, das wäre ja alles ganz schlimm. Aber wann könnte ich denn nun mit meinem Geld rechnen? Das könnte noch ein bißchen dauern, sagt sie.
Ich erzähle ihr, dass ich in einer anderen Sache bei dem gleichen Gericht, das sei etwa vier Wochen her, bereits nach vier Tagen mein Geld hatte. Oh, sagt sie, dann ist da bestimmt angerufen worden und die Sache vorgezogen worden. Stimmt zwar nicht, aber ich meine, genau, so wie jetzt. Sie wolle mal schauen, ob sich was machen lässt, könne aber nichts versprechen. Mal sehen.
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