Drängler werden zukünftig stärker bestraft - Änderungen im Verkehrsrecht
Zum 01. Mai 2006 werden einige Änderungen der Straßenverkehrsordnung und des Bußgeldkatalogs vorgenommen. Eine der wichtigsten
Änderungen stellt die stärkere Bestrafung von Dränglern dar, welchen höhere Geldbußen und schneller ein Fahrverbot drohen. Grund für
die Verschärfung ist die weit verbreitete Mißachtung der gesetzlichen Vorschriften des Mindestabstandes, was nach Einschätzung von
Verkehrsexperten zu den folgenreichsten Verkehrsunfällen führt.
Die Straßenverkehrsordnung regelt in § 4, dass der Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug in der Regel so groß sein muss, dass
auch dann hinter ihm gehalten werden kann, wenn plötzlich gebremst wird.
Maßgeblich für die Höhe der Strafe bei Unterschreitung des Mindestabstandes ist die Geschwindigkeit des Fahrzeuges und der Abstand zu
dem vorausfahrenden Fahrzeug. Wieviel Abstand konkret in Metern zum vorausfahrenden Fahrzeug eingehalten werden muss, berechnet sich
nach dem halben Tachowert. Der Betroffene muss 5/10 seines halben Tachowertes einhalten. Fährt also der Betroffenen 80 km/h , so
beträgt der halbe Tachowert 40, so dass er davon 5/10, also 20 Meter Abstand halten muss. Hält der Betroffene diesen Abstand nicht,
muss er ein Bußgeld in Höhe von 40 € zahlen und bekommt einen Punkt in Flensburg.
Hält der Betroffenen weniger Abstand als 4/10 des halben Tachowertes, also bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h und einem halben
Tachowert von 40, weniger als 16 Meter Abstand zum Vorausfahrenden, so beträgt das Bußgeld schon 60 €. Bei einem Mindestabstand zum
Vorausfahrenden von weniger als 3/10, im Beispielsfall also von weniger als 12 Meter, beträgt die Geldbuße 100 € und 4 Punkte in
Flensburg
Bei höheren Geschwindigkeiten und dem damit bei zu geringem Abstand einhergehenden erhöhten Unfallrisiko wird die Unterschreitung von
3/10 des halben Tachowertes stärker bestraft. Bei Geschwindigkeiten über 100 km/h führt die Unterschreitung des halben Tachowertes
neben der Geldbuße zusätzlich zur Verhängung eines Fahrverbotes von einem Monat. Bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h führt die
Unterschreitung von 3/10 des halben Tachowertes zu einer Geldbuße von 150 € und ebenfalls einem Monat Fahrverbot.
Ob die Verschärfung der Geldbußen und die schnellere Verhängung eines Fahrverbotes bei Nichteinhaltung des Mindestabstands nun zu
einem gemäßigteren Fahrverhalten der Drängler führt, bleibt abzuwarten. Gerade vor dem Hintergund der Probleme im Zusammenhang mit
der …
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