Dioxin-Fleisch möglicherweise in zehn Bundesländern

Berlin (Reuters) - Der Skandal um dioxinbelastetes Schweinefleisch aus Irland erreicht in Deutschland ein immer größeres Ausmaß.

Mittlerweile müsse davon ausgegangen werden, dass im kritischen Zeitraum zwischen September und Anfang Dezember in zehn Bundesländer irisches Fleisch importiert worden sei, sagte eine Sprecherin des Bundesagrarministeriums am Freitag in Berlin. Es handele sich vermutlich um 3000 bis 4000 Tonnen.

Betroffen seien neben den bereits bekannten Ländern Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachen auch Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Sachsen und Rheinland-Pfalz. Unklar ist noch, ob die Ware wirklich mit dem krebsauslösenden Gift verseucht war. Es werden daher Fleischproben in Labors untersucht. Zu Wochenbeginn war noch von rund 2000 Tonnen die Rede gewesen, die an drei Bundesländer geliefert worden seien.

Wie etwa in Sachsen ist das Fleisch zum größten Teil bereits verkauft und auch verzehrt worden. Allerdings kann sich Fleisch aus dem besagten Zeitraum noch in Kühlhäusern befinden oder in Produkte eingearbeitet worden sein, die noch nicht verkauft sind.

Irland hatte vor einer Woche alle im eigenen Land hergestellten Schweinefleischprodukte aus Geschäften, Restaurants und Verarbeitungsbetrieben zurückgerufen, nachdem ein bis zu 200-fach erhöhter Dioxinwert nachgewiesen worden war. Laut Europäischer Union wurde verseuchte Ware in 21 Länder exportiert, darunter in zwölf EU-Staaten.

Nach Angaben der Bundesregierung besteht bei auch bei einem mehrwöchigen Verzehr von belastetem Fleisch keine unmittelbare Gesundheitsgefahr. Langfristig lagert sich Dioxin aber im Fettgewebe ein und kann Krebs auslösen.



Quelle: Reuters (12. Dezember 2008)

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Themen: Berlin , Westfalen

Erschienen 12. Dezember 2008 bei http://www.reuters.com.

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