DIHK und BDA mahnen Gewerkschaften zu Lohnzurückhaltung
am 05.08.2008 von http://www.reuters.com
Berlin (Reuters) - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht derzeit keine konkreten Anzeichen für eine Wirtschaftskrise, mahnt aber zugleich zur Lohnzurückhaltung.
Es gebe hohe Tarifforderungen der Gewerkschaften, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Dienstag im Deutschlandfunk. Da kann man schon Angst kriegen.
Auch die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) verlangte, dass die Löhne in den nächsten Monaten nicht so stark steigen dürften wie noch zu Jahresbeginn. Die Verteilungsspielräume werden enger, sagte BDA-Präsident Dieter Hundt der Bild-Zeitung. Mit überzogenen Abschlüssen würde in einer sich abschwächenden Konjunktur der Abschwung noch verstärkt. Wichtig seien betriebliche Lösungen wie Einmalzahlungen.
Trotz zuletzt trüber Konjunkturdaten blieb der DIHK bei seiner Wachstumsprognose. Jetzt die Krise auszurufen, halte ich für übertrieben, sagte Wansleben im Deutschlandfunk. Für 2008 sei ein Wachstum von 2,3 Prozent zu erwarten, bekräftigte er. Dieses Jahr ist schon fast im Bunker.
Nach fast drei Jahren mit solidem Wachstum und mehr als 1,5 Millionen zusätzlichen Arbeitsplätzen kühlt sich das Wirtschaftswachstum derzeit ab, sagte Wansleben zudem der in Hannover erscheinenden Neuen Presse. Für die zweite Jahreshälfte und den Jahreseinstieg 2009 rechnen wir mit deutlich schwächeren Zahlen, aber nicht mit einem Abschwung. Die Unternehmen blickten - wenn auch gedämpft - immer noch zuversichtlich auf die kommenden Monate.
Auch eine Entlassungswelle im Winter erwarte er nicht, sagte Wansleben der Zeitung. Viele Unternehmen stellen derzeit Personal ein und suchen teilweise händeringend Fachkräfte. 500.000 zusätzliche Arbeitsplätze wird es nach unserer Prognose in diesem Jahr geben, sagte er. Allerdings dürfte der Jobaufbau dann allmählich auslaufen. Das bedeutet aber nicht, dass uns gleich Entlassungen in großem Stil ins Haus stünden.
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