Die Wirksamkeit einer datenschutzrechtlichen Einwilligung nach §4a BDSG
Wer personenbezogene Daten verarbeiten oder nutzen möchte, bedarf nach §4 Abs. 1 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) hierzu entweder der
Erlaubnis durch ein Gesetz oder einer Einwilligung des von der Datenverarbeitung Betroffenen.
In der Praxis findet man häufig solche Einwilligungen in die Übermittlung oder Nutzung von personenbezogenen Daten in Allgemeinen
Geschäftsbedingungen (AGB). Dies ist rechtlich in der Regel problematisch und führt oftmals zu einer unzulässigen Datenverarbeitung.
Eine nicht erlaubte Datenverarbeitung bedeutet aber eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des Betroffenen mit all
seinen zivil- und gegebenenfalls strafrechtlichen Folgen.
Welche Fehler beim Einbau einer „Datenschutzklausel“ in die AGB passieren können, zeigt eindrucksvoll die Entscheidung des AG
Elmshorn vom 25.4.2005 (Az. 49 C 54/05).
Die Klausel mit der Bezeichnung „Datenschutz“ in einem Handy-Vertrag, in welcher sich der Betroffene mit der Übermittlung seiner
Bestandsdaten an Wirtschaftsauskunfteien einverstanden erklärte, entsprach nicht den Anforderungen des §4a BDSG.
Eine Einwilligung kann nur dann rechtmäßig sein, wenn der Betroffene „in Kenntnis der Sachlage“ handelt. Dies ist dann nicht der
Fall, wenn sich die Tragweite und Folgen der Verweigerung seiner Einwilligung nicht bereits aus den Umständen ergeben und der
Betroffene hierüber nicht informiert wird.
Das AG Elmshorn urteilte, daß die von §4a Abs. 1 S. 3 BDSG geforderte Schriftform nur dann gewahrt sei, wenn die Klausel in voller
Länge auf der zu unterzeichnenden Urkunde abgedruckt sei und der Einwilligende die Klausel durch Namensunterschrift unterhalb dieses
Abdrucks anerkenne. Ein bloßer allgemeiner Hinweis auf die Einbeziehung einer andernorts abgedruckten Einwilligungsklausel reicht
also keineswegs aus.
Unwirksam war die Klausel im zu entscheidenden Fall auch wegen der Übertitelung der „Einwilligung“ mit dem Wort „Datenschutz“. Denn
die Klausel ließe Angaben über den Schutz personenbezogener Daten erwarten. Gerade umgekehrt sollte mit der Klausel aber die
Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten legitimiert werden.
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