Die Verwechslungsgefahr bei Kollision einer eingetragenen Marke mit einer anderen

Der Inhaber einer Marke muss dafür Sorge tragen, dass seine Marke nicht durch andere beeinträchtigt wird. Hierzu gibt das Markenrecht dem Inhaber der Marke oder dem Lizenznehmer verschiedene Ansprüche an die Hand, da dieses Gesetz einen möglichst umfassenden Schutz bezweckt. Dabei kann eine Beeinträchtigung der Marke nicht nur dann vorliegen, wenn die identische Marke unbefugter Weise von Anderen genutzt wird. Ein Anspruch kann auch dann bestehen, wenn ein ähnliches Zeichen derart verwendet wird, dass die Gefahr von Verwechslungen besteht, was freilich die Nutzung der Marke für gleiche oder gleichartige Waren oder Dienstleistungen voraussetzt. Diese Verwechslungsgefahr liegt vor, wenn der Eindruck bei dem angesprochenen Verkehrskreis entstehen könnte, dass die betreffenden Waren oder Dienstleistungen aus demselben Unternehmen oder aus wirtschaftlich miteinander verbundenen Unternehmen stammen. Dabei wird die Ähnlichkeit der Zeichen und die Ähnlichkeit der mit diesen gekennzeichneten Waren oder Dienstleistungen bewertet, wobei es beispielsweise auf die bildliche oder klangliche Ähnlichkeit ankommt. Diese Fallkonstellation soll mit nachfolgendem Fall näher beschrieben werden.

1. Der Bundesgerichtshof hatte jetzt einen Fall zu entscheiden, bei dem die beteiligten Parteien jeweils Automobilzeitschriften herausgegeben haben. Der spätere Kläger war dabei Rechtsnachfolger einer Verlagsgesellschaft, zu deren Gunsten im Jahr 1996 die Wort- /Bildmarke „Off Road“, insbesondere für Bücher und Zeitschriften eingetragen worden war. Mit diesem Titel wurde schon seit den 70er Jahren eine Zeitschrift herausgegeben. Die spätere Beklagte gab die Zeitschrift „automobil TEST“ und „automobil extra 2005 Off Road“ heraus. Mit Schreiben vom 15.9.2004 beanstandete der spätere Kläger die Gestaltung als Verletzung ihrer Marken- und Titelrechte. Daraufhin änderte die Beklagte die Titelaufmachung. Im Nachfolgenden machte der Kläger geltend, dass dennoch beide Aufmachungen gegen die Rechte des Klägers verstoßen. Als der Beklagte keine entsprechende Unterwerfungserklärung abgab, wurde der Anspruch gerichtlich geltend gemacht. Während das Ausgangsgericht den Unterlassungsanspruch abgewiesen hatte, wurde diesem vom Berufungsgericht stattgegeben. Auf Betreiben der Beklagten wurde die Revision zugelassen, mit der die Beklagte die Abweisung des Unterlassungsbegehrens weiterverfolgte.

2. Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 02.12.2009 unter dem Aktenzeichen I ZR 44/07 das Urteil des Hanseatischen …

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches

Themen: Marke , Abgrenzung , Eingriff , Dienstleistungen , Verwechslungsgefahr , Waren , Zeichen , Betriebliche Herkunft
Rechtsgebiet: Markenrecht

Erschienen 27. Januar 2011 auf http://www.blog-fuer-gewerblichen-rechtsschutz.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

BGH: OFFROAD - Eine Verwechslungsgefahr im weiteren Sinne kann vorliegen, wenn der mit einer fremden Marke übereinstimmende Bestan…

MEDIEN INTERNET und RECHT | 25. Juni 2010 — 1. Eine Verwechslungsgefahr im weiteren Sinne kann vorliegen, wenn ein mit einer älteren Marke übereinstimmender Bestandteil ident…

Die kennzeichenrechtliche Verletzung durch die Bezeichnung „eiPott”

Blog für Gewerblichen Rechtsschutz | 2. März 2011 — Der Inhaber einer Marke hat verschiedene Ansprüche, um seine Marke zu verteidigen. Dabei kann eine Beeinträchtigung der Marke…

BGH, I ZR 44/07 – OFFROAD: Keine Verwechslungsgefahr im weiteren Sinne

ipweblog.de | 15. Juni 2010 — BGH, Urteil vom 2. Dezember 2009 – I ZR 44/07 – OFFROAD Amtliche Leitsätze: a) Eine Verwechslungsgefahr im weiteren Sinne k…

Die fehlende Verwechslungsgefahr bei einer Marke

Blog für Gewerblichen Rechtsschutz | 7. April 2011 — Dem Inhaber einer Marke werden verschiedene Ansprüche an die Hand gegeben, um die Nutzung der eigenen Marke durch unbefugte D…

Verwechslungsgefahr Marke: Verwechslungsgefahr bei Marken aus der Sicht der EU-Rechtsprechung

Rechtblog | 28. November 2005 — Zwischen der Wort-Bildmarke „Julián Murúa Entrena“, welche den Familiennamen des Anmelders umfasst, und der älteren Wortmarke …

Reicht eine klangliche Identität für eine Markenverletzung aus?

Blog für Gewerblichen Rechtsschutz | 15. Februar 2012 — Dem Inhaber einer Marke stehen verschiedenste Ansprüche zu, um bei Beeinträchtigung seiner Marke dagegen vorzugehen. Eine Bee…

BGH: Opel-Blitz II - Zum Identitätsschutz der Marke nach § 14 Abs. 2 Nr. 1 MarkenG.

MEDIEN INTERNET und RECHT | 29. Juni 2010 — 1. Für die Annahme einer Beeinträchtigung der Herkunftsfunktion einer Marke reicht es nicht schon aus, dass die angesprochenen Ver…

“Malteserkreuz”

Handakte WebLAWg | 16. September 2006 — Behält der mit der älteren Marke identische oder ähnliche Bildbestandteil einer aus einem Wort- und einem Bildbestandteil beste…

BGH: INTERCONNECT/T-InterConnect - Ein Bestandteil, der in einem zusammengesetzten Zeichen neben einem Stammbestandteil die konkre…

MEDIEN INTERNET und RECHT | 12. Februar 2008 — 1. Ein Bestandteil (hier: InterConnect), der in einem zusammengesetzten Zeichen (hier: T-InterConnect) neben einem Stammbestandtei…

Verwechslungsgefahr bei Auto-Zeitschriften-Titeln

Rechtslupe | 21. Mai 2010 — Eine Verwechslungsgefahr im weiteren Sinne kann vorliegen, wenn ein mit einer älteren Marke übereinstimmender Bestandteil ident…