Die Traumatisierung eines Richters

Ich erhielt neulich einen Anruf eines Richters vom Arbeitsgericht hier im beschaulichen Göttingen. Da ich aber nicht da war, hinterließ dieser mir eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Er wies mich daraufhin, dass zu dem anstehenden Gütetermin auch mein Mandant geladen sei und ein Fehlen meines Mandanten nur bei Vorliegen eines amtsärztlichen Attestes entschuldigt sei. Erstaunt rief ich ihn zurück, um ihm mitzuteilen, dass mein Mandant sehr wohl erscheinen würde, es sei ihm sogar sehr daran gelegen. Der Richter verteidigte sich sogleich damit, dass er insbesondere in Kündigungsschutzverfahren sehr schlechte Erfahrung gemacht hätte und von daher Unannehmlichkeiten vorbauen wollte. Ein paar Tage später war nun der anberaumte Termin. Es war der Erste an einem langen Sitzungstage. Eine halbe Stunde vor Terminsbeginn rief mich der Mandant jedoch an, um mir mitzuteilen, dass aufgrund von Verkehrsbehinderungen sich seine Ankunft in Göttingen verspäten würde. Ich rief sogleich den Richter an, um ihm dies mitzuteilen. Er fragte aber gleich zu Beginn des Gespräches, ob meinem Mandanten vielleicht zufälliger- und überraschenderweise über Nacht unwohl geworden sei und er deshalb nicht kommen würde. Dies konnte ich jedoch guten Herzens verneinen. Zwar war der Richter auch noch zu Beginn der Verhandlung skeptisch, ob der Mandant wirklich erscheinen würde und es machte sich auch gr…

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Themen: Anrufbeantworter

Erschienen 6. April 2009 auf http://strafverteidiger-feltus.blogspot.com.

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