Pflichtteilsberechtigung und Beerdigungskosten
Erbrechtblog | 16. Juni 2011 — Das OLG München hat Urteil vom 25.05.2011 - 20 U 2853/08 folgenden Sachverhalt zu entscheiden: Ein Pflichtteilsberechtigter w…
Symbolfoto: Grabsteine auf dem Friedhof von Bantry, Irland.
Todesanzeigen sind äußerst beliebt, sie gelten sogar als populärste Bestandteile von Lokalzeitungen. Wenn man bedenkt, dass in juristischen Fachzeitschriften Themen wie «Die rechtliche Bewältigung von Schäden durch Bäume» (unter besonderer Berücksichtigung der Frage, ob uns die Franzosen diesbezüglich etwas voraus haben) auf fünfeinhalb eng bedruckten Seiten behandelt werden, ist es – ohne Bäume oder gar das Baumsterben bagatellisieren zu wollen – erstaunlich, dass die Rechtswissenschaft noch keinen praxisbezogenen Überblick zu Trauerinseraten hervorgebracht hat.
Mit dieser Zusammenstellung von Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH) und der Oberlandesgerichte (OLG) aus dem Erb-, Straf- und Wettbewerbsrecht mit einem kleinen Schlenker zum Datenschutz will ich einen ersten Beitrag zum Lückenschluss leisten.
ErbrechtIm Zivil-, genau: Erbrecht, tritt die Todesanzeige vor allem im Zusammenhang mit § 1968 BGB auf. Die mit dem Inserat verbundenen Kosten sind Beerdigungskosten und daher vom Erben zu zahlen. Hierzu entschied jüngst das OLG München, dass der Anzeigenpreis auch dann eine Nachlassverbindlichkeit ist, wenn der Erbe im Inserat nicht namentlich genannt wird. Es reicht aus, wenn der Name des Erblassers in der Anzeige steht (Az. 20 U 2853/08).
StrafrechtIm Strafrecht fallen zwei Gerichtsentscheidungen auf.
2007 entschied das OLG Bamberg über die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§ 86a StGB) in einer Todesanzeige (Az. 2 Ss 43/07). Der Inserent hatte die Lebensdaten durch Lebens- und Todesrunen gekennzeichnet. Was nicht viele wissen: Die Lebensrune war das Kennzeichen des Sanitätsdienstes der SA. Obwohl er sich die Zeichen bewusst zunutze gemacht hatte, ging das Verfahren zugunsten des Angeklagten aus. Unbefangene Dritte würden die Symbole schließlich – anders als etwa beim Hakenkreuz oder den bekannten SS-Runen – nicht als markante Kennzeichen nationalsozialistischer Organisationen erkennen. Über den Fall eines Unternehmers, der systematisch Todesanzeigen auswertete, um den Hinterbliebenen Schein-Rechnungen zu schicken, urteilte 2001 der BGH. Der Angeklagte hatte an die an erste Stelle genannten Hinterbliebenen der Inserate aus 240 Tageszeitungen Angebotsschreiben geschickt. Diese Schreiben stellten streng genommen nur Offerten für eine Internet-Todesanzeige dar, sollten aber – durch Merkamle wie Verzicht auf eine Anrede, Angabe einer Zahlungsfrist und einen beigefügten Überweisungsträger – den Eindruck erwecken, eine Rechnung für die bereits erschienene Zeitungsanzeige zu sein. Der Mann wurde wegen Betrugs (§ 263 StGB) verurteilt (Az. 4 StR 439/00). Wettbewerbsrecht (eigentlich auch: Datenschutzrecht)Ebenfalls um Post, die Inserenten von Todesanzeigen erhielten, ging es in dem BGH-Urteil Grabmalwerbung. Der BGH entsch…
» Vollständiger ArtikelErschienen 16. Juli 2011 auf http://anwaltniemeyer.de.
Erbrechtblog | 16. Juni 2011 — Das OLG München hat Urteil vom 25.05.2011 - 20 U 2853/08 folgenden Sachverhalt zu entscheiden: Ein Pflichtteilsberechtigter w…
Paluka.de: Blog | 7. Juli 2011 — Der OLG München hat mit Urteil vom 25.05.2011 (Az. 20 U 2853/08) u. a. entschieden, dass zu den Bestattungskosten auch die Ko…
Heymanns Strafrecht Online Blog | 15. August 2009 — Der BGH hat gestern das Urteil des LG Gera, das einen Angeklagten wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisat…
MEDIEN INTERNET und RECHT | 22. April 2010 — BGH, Urteil vom 22. April 2010 - Az. I ZR 29/09; Vorinstanzen: LG Gießen, Urteil vom 03.04.2008 - Az. 8 O 3/08; OLG Frankfurt a. M…
IP|Notiz | 24. April 2010 — “Amerikanische Zustände” in Deutschland? Der unter anderem für das Wettbewerbsrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichts…
fachanwaltsliste.de | 22. April 2010 — Der unter anderem für das Wettbewerbsrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass eine auf dem P…
fachanwaltsliste.de | 22. April 2010 — Der unter anderem für das Wettbewerbsrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass eine auf dem P…
Beckmann und Norda Rechtsanwälte Bielefeld | 26. Oktober 2010 — BGH Urteil vom 22.04.2010 I ZR 29/09 Grabmalwerbung UWG § 7 Abs. 1 Satz 1 Leitsatz des BGH: Eine Werbung für Grabmale, die zwei Wo…
Vier Strafverteidiger | 20. Juni 2007 — Das Landgericht Stuttgart hat den Angeklagten wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§ 86a StGB) zu …
Mit Fug und Recht | 23. April 2010 — Ein Grabsteinhändler studierte die Traueranzeigen der örtlichen Tageszeitung und sandte ein Werbeschreiben an eine Hinterbliebe…