Die tatsächliche Speicherpraxis der Telefon- und Internetanbieter

In der heutigen Tagespresse wird darüber berichtet, dass Telefonanbieter Daten ihrer Kunden deutlich länger speichern würden, als bisher bekannt. Dies ergäbe sich, so z.B. die Berliner Zeitung, aus einer vertraulichen Aufstellung der Generalstaatsanwaltschaft München. Diese Aufstellung, die mir vor einiger Zeit ebenfalls zugespielt worden ist, nennt sich “Leitfaden zum Datenzugriff” und stammt vom Juni 2011, ist also relativ aktuell. Dieser Leitfaden dient der Information von Staatsanwaltschaften. Dort enthalten ist neben einer ausführlichen Darstellung der Befugnisse im Bereich der TK-Überwachung u.a. auch eine ausführliche Übersicht über die Speicherpraxis von Telefonabietern und Providern, die ich hier in Auszügen wiedergeben möchte. An der einen oder anderen Stelle ist man doch erstaunt, wie lange tatsächlich gespeichert wird. Von den großen Anbietern speichert u.a. Vodafone bedenklich lange, kleinere bzw. regionale Anbieter wie Hanse-Net oder M-Net können dies allerdings noch toppen.

Übersicht rückwirkende Verkehrsdaten der Netzbetreiber

T-Mobile D1 1 – 30 Tage: Alle Verkehrsdaten liegen vollständig vor 31 – 180 Tage: - T-Mobile-Rufnummern: 80 Tage abgehend - Prepaidkunden: 180 Tage - Serviceprovider: 180 Tage

Vodafone (D2) Mobilfunkbereich 1- 7 Tage: Alle Verkehrsdaten liegen vollständig vor (inkl. IMSI-IMEI-Geo-Daten) 30 Tage: Alle gebührenpflichtigen ankommenden und alle abgehenden Verkehrsdaten liegen vollständig vor (inkl. IMSI, IMEI, Geo-Daten) 31 – 80 Tage: IMEI-Kennungen können bis zu diesem Zeitpunkt vollständig beauskunftet werden 81 – 180 Tage: Alle noch gespeicherten Verkehrsdaten liegen ohne IMEI, IMSI, Geo-Daten vor, mit der Folge, dass die abgehenden Daten zu IMEI-Kennungen ab diesemZeitpunkt nicht mehr festgestellt werden können.

Vodafone Festnetzbereich (Integration von Arcor) 92 Tage: Alle Verkehrsdaten liegen vollständig vor

E-Plus 90 Tage: Alle Verkehrsdaten liegen vollständig vor

Telefonica O2 1 – 7 Tage: Alle Verkehrsdaten liegen vollständig vor 8 – 30 Tage: Es liegen nur noch abrechnungsrelevante Daten vor. Eingehende Anrufe liegen nur vor, sofern sie von einem Fremdnetz kamen; rkehrsdaten von Serviceprovidern liegen vor

Deutsche Telekom AG (DTAG) 0 Tage: Ankommende Verkehrsdaten werden nicht gespeichert 3 Tage: Abgehende Verkehrsdaten liegen vollständig vor (auch Flatrate) 4 – 80 Tage: Speicherung ist abhängig vom Kundenwunsch.

HanseNet 180 Tage: Alle Verkehrsdaten liegen vollständig vor

M-Net 180 Tage: Alle Verkehrsdaten liegen vollständig vor

BT Germany 180 Tage: ne…

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Themen: Datenschutz , Vorratsdatenspeicherung , Bdsg , Vodafone , Imsi

Erschienen 7. September 2011 auf http://www.internet-law.de/.

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