Die sechs Konfliktlösungsstrategien
Nach Gerhard Schwarz (Konfliktmanagement: Konflikte erkennen, analysieren, lösen) lassen sich die Konfliktlösungen auf 6 Grundmuster zurückführen. Diese Grundmuster sind auch historisch bzw. menschheitsgeschichtlich gewachsen und stellen eine Evolution dar.
Flucht Die Flucht war die ursprüngliche Konfliktlösungsstrategie. Die Primaten, zu denen der Mensch gehört, werden von der Verhaltensforschung hinsichtlich ihres Konfliktverhaltens als Fluchtwesen bezeichnet. Auch heute noch ist die Flucht die erste instinkthafte Reaktion, wobei die Flucht auch in der Form des Verleugnens eines Konflikts oder des auf die lange Bank Schiebens auftreten. Der Nachteil der Flucht als Konfliktlösung ist der, dass ein Lernprozess ausbleibt. Vernichtung Ein Konflikt, der nicht durch Flucht gelöst werden kann, zwingt zum Kampf, ursprünglich in der Menschheitsgeschichte mit dem Ziel der Vernichtung des Gegners. Auch in der heutigen Zeit wurden Vernichtungsrituale, wenn auch in sublimierter Form, als angestrebte Lösung vielfach beibehalten. Der Vorteil des Vernichtungskampfes ist die endgültige Lösung des Konflikts. Der Nachteil ist auch hier der Verlust der Alternative als Entwicklungsmöglichkeit. Unterwerfung/Unterordnung Mit dem Verzicht auf die Tötung des Gegners wurde das Zeitalter der Sklaverei eingeleitet. Voraussetzung war, dass Besitz erfunden wurde, weil nur so der Sklave als Besitz denkbar war. Konfliktlösung durch Unterwerfung oder Unterordnung ist später in hierarchischen Systemen institutionalisiert worden. Hauptvorteil der Konfliktlösung durch Unterwerfung/Unterordnung war die Möglichkeit der Arbeitsteilung. Zudem überleben mehr Menschen, die voneinander lernen können. Die Konfliktlösung durch Unterwerfung/Unterordnung ist auch umkehrbar. Die Umkehrbarkeit konnte sich aber auch als Nachteil erweisen, indem Konflikte nicht gelöst sondern perpetuiert werden. Delegation Die Weiterentwicklung der Hierarchie war die Kooperation der Konfliktgegner durch Delegation. Die Entscheidung über den Konflikt wird einem am Konflikt nicht beteiligten Dritten übertragen. Voraussetzung hierfür ist, dass es im jeweiligen Konfliktfall eine richtige und eine falsche Lösung gibt und dass die angerufene höhere Instanz die richtige Lösung findet. Der Vorteil der Konfliktlösung durch Delegation ist, dass erstmals das Schema von Sieg und Niederlage überwunden wird und so etwas wie Objektivität, Sachlichkeit und Kompetenz ermöglicht wird. Der Nachteil ist, das die Identifikation mit der Lösung schwindet und den Parteien die Konfliktkompetenz entzogen wird. Kompromiss Kompromiss bedeutet, dass in einem bestimmten Bereich eine Teileinigung erzielt werden kann. Der Vorteil ist, dass es eine Einigung ist, der… » Vollständiger ArtikelThemen: Mediation , Evolution , Konfliktmanagement , Konfliktlösungsstrategien
Erschienen 28. August 2009 auf http://www.ra-braune.de/Wordpress.
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