Streit um die Hochzeitsgeschenke
schreibmaschine | 4. April 2007 — Weil sie ihren Schwager überfallen und mit Baseballschlägern krankenhausreif geschlagen haben, müssen sich zwei türkische Sta…
Als ihre Schwester schwere Vorwürfe gegen ihren Ehemann erhob, gab es für zwei Türken aus Erlenbach (Main-Spessart-Kreis) kein Halten mehr: Zusammen mit vier Freunden fuhren sie in die Wohnung des Schwagers nach Kitzingen, zogen ihn aus dem Bett und prügelten mit Baseballschlägern auf ihn ein. Am Mittwoch wurden die beiden 25 und 27 Jahre alten Brüder vom Würzburger Landgericht jeweils zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt.
Die beiden Angeklagten seien „in aufgeheizter Stimmung“ gewesen, nachdem die Schwester unschöne Dinge über ihren Ehemann berichtet hatte, sagte der Vorsitzende Richter Rainer Gündert. Nicht nur, dass der Mann den Goldschmuck im Wert von 6.000 Euro, den die Frau bei ihrer Hochzeit von Freunden und Verwandten bekommen hatte, für sich behalten wollte. Er habe sie auch mehrmals vergewaltigt, erzählte die Schwester. In ihrer Erregung bildeten die beiden Brüder zusammen mit vier Kumpels eine Art "Rollkommando", um den Schwager zu Rechenschaft zu ziehen. Zu sechst fuhr man nach Kitzingen, drang mit dem Schlüssel der Schwester in die Wohnung ein und überraschte den 30-Jährigen im Schlaf.
Bevor der Mann richtig zu sich kommen konnte, schlugen die beiden Angeklagten, umringt von ihren Freunden, mit Baseballschlägern auf Kopf, Arme und Beine des Opfers ein. „Er hatte keine Chance, sich zu wehren oder zu fliehen“, so Gündert. Dann sollen die Brüder den Hochzeits-Goldschmuck herausverlangt haben, der im türkischen Kulturkreis im Falle der Trennung traditionell der Ehefrau zusteht. Davon seien die Angeklagten zumindest ausgegangen, als sie den Schmuck forderten. Deshalb ließ sich nach Ansicht des Gerichts der Vorwurf des schweren Raubes aus der Anklageschrift nach dem zweitägigen Prozess nicht aufrecht erhalten.
Außerdem konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden, ob der Goldschmuck überhaupt noch in der Wohnung war. „Die Tendenz geht eher dahin, dass er nicht mehr da war“, sagt…
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