Die Schule kollabiert
Die Vorkommnisse an der Rütli-Hauptschule haben mich nicht überrascht. Auch die Lösungsvorschläge der Politk nicht. Die Ursachen sind
vielfältig, wahrscheinlich zu vielfältig, als daß man sie in 2min Tagesschau-Beitrag lösen könnte. Da machen sich dann marzialisch
dreinblickende Polizisten auf dem Pausenhof ganz gut - wenngleich die über die Zustände im Unterricht klagen. Eigentlich müßte je ein Beamter mit 1.Mai-Ausrüstung im
Klassenzimmer stehen.
Wenn fast 2/3 der Hauptschüler mit Abschluß keinen Ausbildungsplatz mehr bekommen, wenn die Schulen mit den Problemen aus Armut,
“Migrationshintergrund”, mangelhafter Sozialisierung alleine gelassen werden, dann müssen sie irgendwann kapitulieren. Die Politik
muß einsehen, daß Schule nicht mehr nur Wissen vermittelt, sondern gezwungenermaßen Erziehung und Sozialisation junger Menschen
bewältigen muss. Das ist schon längst keine Frage des “ob” mehr - sondern faktische Notwendigkeit. Die Schule wird ansonsten, wie der
SPIEGEL schreibt, zur Wartehalle für Hartz IV und den Knast. Doch statt dafür zu sorgen, daß man Jugendlichen wieder eine Perspektive
bietet, sie vom sozialen Abstellgleis herunternimmt, haben Berliner Politiker gleich eine ganz andere Lösung zur Hand: Die
Hauptschule abschaffen.
Nur - das Problem ist nicht die Hauptschule, sondern der Hauptschüler. Irgendwann wird man feststellen, daß man mit einer Abschaffung
der Hauptschule nichts gewinnt. Man kann die Schulform abschaffen - aber nicht den Schüler. Diese brauchen keine neue Schule -
sondern eine Perspektive für die Zukunft. Doch das ist in 2min nicht zu vermitteln.