Die Robe – Der Zauber der Montur?

U.V. freut sich, dass die Anwälte in Berlin wohl zukünftig keine Robe mehr tragen müssen und meint dazu:

Tatsächlich fühlen sich Mandanten, gerade in Strafprozessen, mitunter befremdet, wenn sie ihren Anwalt plötzlich in derselben Kluft erleben wie Staatsanwalt und Richter. Die Ausgrenzung – wir, die erhabene Justiz, du das Subjekt unserer Behandlung – ist dann mitunter schon spürbar.

Der Anwalt will nicht (mehr) zur erhabenen Justiz gehören?

Der Anspruch selbständiges Organ der Rechtspflege zu sein (§ 1 BRAO) wird zusammen mit der Robe an den Haken gehängt?

Hoffentlich werden die sensiblen Angeklagten nicht noch mehr befremdet sein, wenn ihr Verteidiger dem Gericht robenfrei und damit bereits äußerlich als Objekt der Behandlung gegenübertritt.

Vetter wäre nicht Vetter, wenn ihm auch zu diesem Theman nicht noch eine Pauschalbeschimpfung und Beleidigung der Richter und Staatsanwälte einfiele

Bei den Verteidigern der Robenpflicht auf Justizseite scheint mir auch immer etwas die Angst mitzuschwingen, dass möglicherweise auch mal die Staatsdiener ohne Robe auskommen müssen. Das hätte für einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Betroffenen gravierende Auswirkungen.

Sie müssten sich anständig kleiden.

Ich zitiere Calamandrei via Dr. Schmitz

… Ich liebe die Robe, nicht wegen des Goldkrams, der sie schmückt, noch wegen der weiten Ärmel, die den Gesten ein feierliches Ansehen geben, sondern wegen ihrer stilisierten Gleichförmigkeit, welche sinnbildlich alles persön…

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Themen: Berlin , Robe , Schmitz , Ballmann

Erschienen 17. Oktober 2009 auf http://richter-ballmann.info.

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