Die Pflicht zur Selbstverteidigung mit Waffen
am 17.04.2007 von http://www.strafblog.de
Die Pflicht zur Selbstverteidigung mit Waffen
Anlässlich des Massakers von Virginia stellt focus-online in einem redaktionellen Beitrag das derzeit geltende Waffenrecht in den USA dar und berichtet dabei manch Skurriles. Der Zugang zu Schusswaffen und der Umgang damit wird föderal in diversen Bundesgesetzen, Gesetzen der einzelnen Staaten sowie in kommunalen Vorschriften geregelt. Und die haben´s manchmal in sich. So habe der Stadtrat von Geuda Springs, einer 210 Einwohner zählenden Kleinstadt in Kansas, vor vier Jahren beschlossen, dass jeder Haushalt Waffen und einen Vorrat an Munition besitzen muss. Die Volksvertreter wollten der Gemeinde damit den Unterhalt einer eigenen Polizei ersparen - Waffengegnern wurde eine Geldstrafe von 10 Dollar angedroht.
Während in Illinois und Wisconsin relativ strenge Waffengesetze gelten, wonach nur Justizmitarbeiter und ausgewiesene Sicherheitskräfte Schusswaffen besitzen dürfen, benötigen die Bürger von Alaska und Vermont nicht mal eine Erlaubnis zu deren Besitz. In 40 Bundesstaaten, darunter auch Virginia, sei das so genannte „right to carry“ (Recht auf Besitz) oder auch das „concealed carry law“ (verdeckte Tragen) von Schusswaffen zum Selbstschutz heute gesetzlich verankert.
Während es in manchen Staaten noch Einschränkungen gebe, wonach Waffen beispielsweise nur entladen und gesichert transportiert werden dürfen, seien die Notwehrgesetze in vielen anderen Staaten zuletzt immer mehr gelockert worden. So habe Jeb Bush, seines Zeichens Präsidentenbruder und Gouverneur von Florida, im Jahr 2005 ein Gesetz gebilligt, das jedem Bürger des „Sunshine State“, der sich bedroht fühlt, das Recht zum Gebrauch der Schusswaffe gibt. Die Anwendung tödlicher Waffengewalt werde dabei nicht nur zu Hause, sondern auch in aller Öffentlichkeit geduldet. South Dakota und Indiana hätten bereits mit vergleichbaren Gesetzen nachgezogen, 20 weitere Staaten wollten folgen.
Die National Rifle Organisation (NR), eine Organisation von Waffenlobbyisten, die sich selbst als “die älteste Bürgerrechtsorganisation der USA” bezeichnet, schreibt an den Gesetzen mit. 4,2 Millionen Menschen und 10.700 Vereinigungen sind Mitglieder der NRA. Über 200 Millionen Schusswaffen befinden sich in den USA in Privatbesitz, bei 350.000 Verbrechen mit Schusswaffen werden jedes Jahr ca. 11.000 Menschen getötet, heißt es in dem Beitrag.
Der Amoklauf von Virginia wird die Diskussion über das Thema wieder anheizen, ändern wird sich aber wohl nichts.
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