Die Ignoranz der Billigflieger

Sie versuchen es immer wieder. Und jetzt schon wieder. Der Fall: Person X bucht bei Billigflieger “WammsAir” (sollten Sie sich an einen ungarischen Billigflieger erinnert fühlen; so ist dies rein zufällig!) einen innergemeinschaftlichen Flug (Kattowitz-Köln). Im polnischen Katowice angekommen, wird den Passagieren mitgeteilt, der Flug habe Verspätung. Es könne aber sein, dass es bereits in zwei Stunden weitergeht. Nix da. Tatsächlich hatte der Flug satte acht Stunden verspätung, sodass der Abflug nicht um 10:30, sondern erst um 18:30 erfolgte. Begründung der Airline: Technischer Defekt eines Fluggerätes.

Nachdem die Flüge nunmehr (erfolgreich) absolviert wurde, versuchte man, die Airline dezent auf EG VO 261/2004 und die darin enthaltenen Fluggastrechte hinzuweisen. Zunächst wurde die Rückerstattung des Flugpreises gefordert. Antwort der Airline: Geht nicht, da der Flug bereits angetreten worden ist. Dann jedoch wurde hilfsweise die ebenfalls in der VO verankerte Ausgleichszahlung in Höhe von 250 Euro (Verspätung über fünf Stunden und Strecke weniger oder gleich 1500 Km Distanz). Jetzt bockt die Airline erst richtig rum. Argumentation ungefähr so: Defekt des Flugzeugs ist ein “außergewöhnlicher Umstand” und außergewöhnliche Umstände habe die Fluggesellschaft nicht zu vertrete…

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Themen: Airline , Flug , Eugh Urteil , Billigflieger , Distanz , Verspätung , Ausgleichszahlung , Eg-vo 261/2004

Erschienen 31. Juli 2010 auf http://www.legalfuture.de.

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