Die feigen Kläger aus Deutschland

Namen (Etiketten) sind eine gute Sache, denn mit ihrer Hilfe kann man jemanden oder etwas einprägsam ansprechen und sich dadurch eine Vorstellung (einen Begriff) davon machen.

Das gilt vor allem im Common-Law-Rechtskreis auch für Entscheidungsnamen. Weil das so gut funktioniert, ist es sehr wahrscheinlich, dass ein nicht zu diesem Rechtskreis Gehöriger beispielsweise schon einmal etwas von der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten in der Sache Brown v. Board of Education, 347 U. S. 483 (1954) gehört hat, und sei es auch nur bei Drawn Together.

Ähnliche Konventionen kennt man von den Gerichtshöfen auf europäischer Ebene. Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, der dem Fallrecht stark verhaftet ist, werden ebenfalls mit den Parteinamen, die zum Entscheidungsnamen werden, zitiert: Jalloh v. Germany [GC], no. 54810/00, §§ 1—69, ECHR 2006-IX. Beim Gerichtshof der Europäischen Union wird der etwas weniger prominent angebrachte Entscheidungsname allein vom Namen des Klägers (bei Vorabentscheidungsverfahren abhängig von der Situation des Ausgangsverfahrens) abgeleitet, so dass man etwa liest: Urteil vom 4. Juli 2006, Adeneler u. a., C-212/04, Slg. 2006, I-6057, Randnr. 1—125. Das Gleiche gilt für das Gericht der Europäischen Union.

Im deutschen Rechtskreis ist das nicht so. Amtliche Entscheidungsnamen vergeben hier allenfalls der I. und der X. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs. Diese werden allerdings nicht von den Parteien, sondern von der Sache abgeleitet, denn bei uns gilt der Datenschutz. Dieses Theater geht jetzt so weit, dass sich der Europäische Gerichtshof gehalten sieht, in Nr. 25 der Hinweise zur Vorlage von Vorabentscheidungsersuchen durch die nationalen Gerichte – 2011/C 160/01 (ABl. EU Nr. C 160 vom 28. Mai 2011 S. 1—5) Folgendes anzubieten:

“Im Rahmen de…

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Themen: Germany , Common Law

Erschienen 10. Juli 2011 auf http://blog.delegibus.com.

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