Da komm’ ich grad’ nicht so gut drauf klar!
Recht verkehrt | 21. Juli 2010 — Ein Artikel der FAZ zur Grundhaltung deutscher Juristen gegenüber Online-Marketing, Blogging und Co entfacht in der JuraBlogs-C…
Wenn man sich auf JuraBlogs umschaut, mag man meinen, wir sind längst bei einer gut vernetzen Blawgstruktur angekommen. Aber so richtig … nein. Irgendwie passt das nicht. Über viele Sachen lese ich nur rüber, es gibt einen Haufen Blawgs, die gerade mal auf BILD-Niveau bloggen und Sachen, die mich fachlich als auch persönlich nicht reizen, und politisch desöfteren zum Kotzen bringen.
Katja Gelinsky stellt sich in der FAZ die Frage nach den deutschen Verfassungsblogs. Und spricht damit eigentlich etwas an, was für Blawgs gilt: Perlen gibt es nur wenige. Im Verfassungsbereich fällt mir vor allem der Verfassungsblog ein (der ja auch im Artikel erwähnt wird, aber ohne Verlinkung darsteht. Hallo, es geht um Blogs! Backlink, plz!), ferner als Meta-Blawg der Beck-Blog. Etwas komisch ist aber die Ansicht, dass erst Investitionen zu fachlich fundierten Blawgs führen. Das glaube ich nicht, solange der Blogger genug Zeit hat, kann er auch freiwillig und “ehrenamtlich” seinen Blog betreiben. Davon gibts ja auch einige, ich erinnere an den Richter Ballmann, der wirklich interessante Sachen aus dem Innenleben der Justiz gepostet hat – und dann von einem Topblogger Deutschlands, Udo Vetter, niedergemacht wurde, aufgrund persönlicher Wallungen oder ähnlich nervende Gründe. Damit hatte Vetter dann allen gezeigt, dass er sich nicht aufs Schuhleder treten lässt und Rechercheleistung bringen kann – und die Blawgs-Szene war ein bedeutendes Mitglied ärmer. Vielen Dank auch, Udo. Wahrscheinlich kann man wirklich mit Geld gute Meta-Blawgs aufbauen und Professoren und Großkanzleianwälte einbinden, die dann einen Gegenwert zur aufgebrachten Zeit bekommen. Jens Ferner fasst die Kritik an dem Gedankengang aber gut zusammen:
Auch der zwischen den Zeilen liegende Unterton “gutes Blog = Grosskanzlei = 150.000 US-Dollar” ist mir zu kurz gegriffen.
Allgemein nimmt Jens den Artikel gut auseinander, und bringt weitere berechtigte Kritik an, z.B. wenn es darum geht, warum Wissenschaftler nicht bloggen und warum allgemein der Verfassungsdiskurs so müde ist:
Schuld trägt auch die Medienlandschaft, zu der auch die FAZ gehört, in der das Zitieren juristischer Blogs bestenfalls eine Seltenheit ist.
Stimmt. Und dann auch noch, wie schon oben erwähnt, ohne Backlinks in den Onlineausgaben. Sorry, aber wie soll sich denn da eine rege Debattenkultur entwickeln? Allgemein fällt mir auch auf, dass in Blawgs eher wenig kommentiert wird. Jeder schreibt irgendwie nur auf seinem eigenen Blog und vergisst bei den anderen seine Kommentierung. Oder einen Trackback, wenn man auf seinem Blog eine Ergänzung zu einem anderen Beitrag schreibt. Letztens war ich übrigens begeistert, als der Rechtsjournalist Christian Rath, tätig bei der taz, sich auf dem Verfassungblog geäußert hat. Ich glaube, darum mag ich die taz. Wegen solcher Leute.
Jessica Köring nimmt den ganzen Artikel zum An…
» Vollständiger ArtikelErschienen 21. Juli 2010 auf http://www.viajura.de/.
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