Strafanzeige gegen Popetown
ElbeBlawg | 25. April 2006 — Der bayerische CSU-Fraktionschef Herrmann hat den Musiksender MTV wegen seiner „völlig indiskutablen“ Werbung für die satirisch…
Als wenn es nichts Wichtigeres gäbe: Nachdem Bayerns weitgehend in die bundespolitische Bedeutungslosigkeit versunkener Ministerpräsident Stoiber sich pressewirksam für eine Verschärfung des "Blasphemie-Paragraphen" einsetzt, hat dessen Parteifreund und CSU-Fraktionschef im bayersichen Landtag, Joachim Herrmann, nunmehr den Musiksender MTV wegen dessen „völlig indiskutablen“ Werbung für die satirische Zeichentrickserie „Popetown“ angezeigt, berichtet faz.net. Die Werbung zeuge von mangelndem Respekt vor religiösen Überzeugungen. Fast will es scheinen, als solle mit diesem auffälligen Verfolgungseifer ein - wenn auch ziemlich leichtes -Gegengewicht zu den völlig überzogenen Reaktionen auf die sogenannten Mohammed-Karikaturen geschaffen und die Wehrhaftigkeit christlich-abendländischer Werte unter Beweis gestellt werden. Und Verteidiger des Ganzen ist die CSU, die auf diese Weise wieder in ihrer bundespolitischen Bedeutung wachsen will. Ich denke, dass sie damit das falsche Feld in einer doch weitgehend säkularen Gesellschaft besetzen will. Die Empörung über Popetown ist künstlich erzeugt und wird sich wohl auch nach Beginn der Ausstrahlung, falls diese nicht doch noch gestoppt wird, in Grenzen halten. Die Kirche muss - wenn sie zeitgemäß sein will - Satire aushalten können und hierauf gelassen reagieren. Kritik an Satire ist erlaubt, keine Frage, die strafrechtliche Keule kann leicht zum Eigentor werden. Autor: RA Rainer Pohlen Kanzlei POHLEN + MEISTER
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Strafanzeige gegen MTV Der bayerische CSU-Fraktionschef Herrmann hat den Musiksender wegen seiner „v�llig indiskutablen“ Werbung f�r die satirische Zeichentrickserie „Popetown“ angezeigt.