Telekom - Von Spitzelaffäre auch Betriebsräte betroffen
Reuters | 11. November 2008 — Düsseldorf (Reuters) - Von der Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom sind neben Aufsichtsräten und Journalisten wohl auch Bet…
Berlin (Reuters) - DGB-Chef Michael Sommer hat nach eigener Darstellung noch keinen Überblick über das Ausmaß der von der Telekom über ihn illegal gesammelten Verbindungsdaten.
Die Staatsanwaltschaft habe ihn bislang nicht informiert, um was es genau gehe, sagte Sommer am Mittwoch im Deutschlandfunk. Auch Telekom-Chef Rene Obermann, der ihn über den Datenmissbrauch informierte, habe nichts Genaues dazu sagen können. Obermann habe weder den Umfang noch den Zeitraum benennen können. Auch habe Obermann ihm nicht sagen können, ob er Quell- oder Zielperson gewesen sei, sagte Sommer. Der Telekom-Chef habe sich am Dienstag in einem zweiten Telefonat bei ihm für die Vorgänge entschuldigt. "Damit ist der eine Teil erledigt", sagte der DGB-Chef. Der Fakt der Speicherung von Verbindungsdaten bleibe und müsse juristisch aufgeklärt werden.
Am Dienstag hatte die Deutsche Telekom eingeräumt, dass von der Spitzelaffäre auch mehrere Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat des Konzerns betroffen sind, darunter Sommer und Verdi-Bundesvorstand Lothar Schröder. Die Aufsichtsräte seien wohl aber nicht systematisch ausspioniert worden: "Der Staatsanwaltschaft liegen offenbar derzeit keine Erkenntnisse vor, dass diese Aufsichtsratsmitglieder Ziele eines gezielten Ausspähungsangriffs waren", sagte ein Telekom-Sprecher. Die Bonner Staatsanwaltschaft wollte sich bislang zu Details ihrer Ermittlungen nicht äußern.
Ein Unternehmen dürfe nicht das Recht in die eigene Hand nehmen und andere überprüfen lassen, wenn es Gesetzesverstöße vermute. Niemand dürfe sich in Deutschland über das Gesetz stellen. "Das gilt auch für die Deutsche Telekom", sagte Sommer.
Der Bonner Konzern hatte eingeräumt, dass es 2005 und möglicherweise auch 2006 zu Fällen missbräuchlicher Nutzung von Verbindungsdaten gekommen war. Ziel soll es gewesen sein, Kontakte zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und Journalisten auszuspähen, um so die Veröffentlichung vertraulicher Informationen in den Medien zu unterbinden. Die Telekom selbst hatte Mitte Mai Anzeige erstattet, um das Ausmaß des Missbrauchs von Verbindungsdaten und den oder die Auftraggeber herauszufinden.
Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt im Kern gegen acht Beschuldigte. Darunter sind der ehemalige Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke, der einstige Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel und der Chef einer Berliner Sicherheitsfirma, die die Daten ausgewertet haben soll. Es geht unter anderem um mögliche Verstöße gegen das Fernmeldegeheimnis und den Datenschutz.
Erschienen 24. September 2008 bei http://www.reuters.com.
Reuters | 11. November 2008 — Düsseldorf (Reuters) - Von der Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom sind neben Aufsichtsräten und Journalisten wohl auch Bet…
Reuters | 30. August 2008 — Köln (Reuters) - In der Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom hat eine beauftragte Kanzlei Vorstand und Aufsichtsrat Vorschlä…
Handakte WebLAWg | 11. Juli 2008 — In der Bespitzelungsaffäre der Deutschen Telekom haben die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat des Unternehmens am Donnerstag…
Reuters | 9. September 2008 — Frankfurt (Reuters) - Bei den Ermittlungen in der Bespitzelungsaffäre der Deutschen Telekom sind einem Zeitungsbericht zufolge …
Reuters | 19. August 2008 — Frankfurt (Reuters) - Auch die Deutsche Telekom ist von Datendiebstahl betroffen, sieht aber keine gravierende Folgen für ihre …
Reuters | 1. September 2008 — Frankfurt (Reuters) - Im Streit über den Sparkurs von Telekom-Chef Rene Obermann droht dem Konzern erneut ein Streik. Dies ma…
Kleinblog | David Klein | 12. November 2006 — Nun ist es halboffiziell: DTAG-Chef Ricke muß gehen. Am besten noch vor dem Weihnachtsgeschäft. Nachfolger soll nach Informat…
Handakte WebLAWg | 28. September 2008 — Die Spitzelaffäre wird für die Deutsche Telekom zu einer unendlichen Geschichte. Nach und nach tröpfeln Meldungen ein, wessen …
Handakte WebLAWg | 6. Juni 2008 — “Hmm“, sagte die sonst so schlagfertige Fernsehmoderatorin Maybrit Illner. Sie ließ in ihrer ZDF-Sendung über die Spitzelaffä…
Telekommunikation und Recht | 29. Januar 2008 — Gegen die Vorwürfe der Telekom Konkurrenten, dass DSL-Anschlüsse der Wettbewerber nur mit erheblicher Verzögerung freigeschaltet w…