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Dezernatsarbeit

am 06.05.2008 von http://www.rechtseinblicke.de

Heute durfte ich Dezernatsarbeit machen. Vielen dürfte das kein Begriff sein. Unter Dezernatsarbeit versteht man vereinfacht gesagt, die ganze alltägliche Arbeit eines Richters, um die Prozesse “voranzutreiben”. Das heißt, es müssen zu den einzelnen Akten vor allem Verfügungen geschrieben werden, wie z.B., dass das schriftliche Vorverfahren angeordnet wird, man einer Partei eine Frist zur Stellungnahme gewährt, Sachverständige beauftragt. Eine Lieblingsverfügung der Richter ist natürlich “Akte weglegen!” Das macht man z.B., wenn auf einen Widerspruch zu einem Mahnbescheid keine Anspruchsbegründung folgt, die Gerichtskosten 6 Monate nicht gezahlt wurden, sprich, wenn zu erkennen ist, dass “der Kläger kein Interesse mehr an dem Fortgang des Verfahrens” hat. Als Referendar kriegt man dann einen dicken Stapel von 20 Akten auf den Tisch gelegt und muss dann innerhalb von 1 - 2 Stunden die entsprechenden Verfügungen schreiben. Das ganze gelingt natürlich nur, wenn man die Akte von hinten nach vorne liest und ein kleines Gespür dafür hat, was in einer Gerichtsakte für die Dezernatsarbeit wichtig und eher unwichtig ist.
Die Dezernatsarbeit ist für einen Referendaren, der sich bis zu dem jetzigen Ausbildungsstand nur mit mehr oder weniger großen materiellen und prozessualen Problemen befasst hat, etwas völlig neues. Dadurch gewinnt die Dezernatsarbeit durchaus Schwierigkeit, da man oftmals an so kleinen Dingen wie der …

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Dipl.-Jur. Martin Wagner

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