Deutschland weist Putin-Drohung zu Ostsee-Pipeline zurück
Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung hat die Drohung des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin zurückgewiesen, das Projekt der Ostsee-Pipeline Nord Stream notfalls abzubrechen.
"Die Bundesregierung sieht die Nord-Stream-Pipeline als zentrales Objekt zur zukünftigen Sicherung der europäischen und deutschen Gasversorgung", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin. Bestehende Bedenken müssten die Beteiligten mit "konstruktiven Gespräche" begegnen.
Die 1220 Kilometer lange Leitung soll ab 2011 vom russischen Wyborg Gas nach Greifswald transportieren und kostet schätzungsweise 7,4 Milliarden Euro. Das Nord-Stream-Konsortium wird vom russischen Versorger Gazprom geführt. Ihm gehören auch E.ON, BASF und die niederländische Gasunie an. Aufsichtsratschef ist Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder.
Putin hatte am Vortag mit dem Abbruch des Pipelineprojekts für den Fall gedroht, dass Europa die Entscheidung für die Gasleitung weiter aufschieben sollte. Als Alternative würde Russland dann Anlagen zur Gasverflüssigung bauen und das Erdgas per Tanker auf den Weltmarkt bringen "Europa muss sich entscheiden, ob es die Leitung braucht oder nicht." Innerhalb der EU gibt es aus unterschiedlichen Gründen Bedenken gegen das Vorhaben.
Quelle: Reuters (13. November 2008)
Themen: Deutschland , Berlin , Pipeline , Ostsee , Putin , Putin Deutschland
Erschienen 13. November 2008 bei http://www.reuters.com.
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