Deutsches Frachtschiff von somalischen Piraten freigelassen
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Nairobi/Berlin (Reuters) - Gegen die Zahlung eines Lösegelds haben somalische Piraten ein deutsches Frachtschiff und seine 13-köpfige Mannschaft nach drei Wochen Gefangenschaft freigelassen.
Die Männer seien wohlauf, teilte die Bremer Reederei Beluga am Donnerstag mit. Das Unternehmen bestätigte, den Entführern mindestens eine Million US-Dollar bezahlt zu haben. Es habe sich um eine niedrige siebenstellige Summe gehandelt, sagte eine Sprecherin.
"Wir sind alle erleichtert, froh und glücklich, dass wir unsere Seeleute gesund wieder sehen werden", erklärte Reedereichef Niels Stolberg. Das Schiff war am 21. August auf dem Weg aus den USA nach Oman entführt. Zur Mannschaft gehörten ein Kapitän aus Slowenien, zwei Russen und zehn Philippiner. Geladen hatte der Frachter Röhren für die Ölförderindustrie und große Holzmasten.
Ein am selben Tag entführtes Schiff aus Japan sei ebenfalls freigegeben worden, sagten Vertreter aus der somalischen Region Puntland, die enge Kontakte zu den Piraten-Banden unterhalten. Dem East African Seafarers' Assistance Programme zufolge hatten die Entführer für diesen Frachter und seine 18 Besatzungsmitgliedern 2,47 Millionen Dollar Lösegeld gefordert.
Die in Kenia ansässige Organisation hat von den Reedereien wiederholt verlangt, die Forderungen der Geiselnehmer nicht erfüllen. Piraterie hat sich in den Gewässern vor dem Horn von Afrika zu einem lukrativen Geschäft entwickelt. An Land geben die kriminellen Banden ihr Geld mit vollen Händen aus: Die Piraten kaufen sich neue Autos, bauen Häuser und nehmen sich zusätzliche Ehefrauen.
Derzeit befinden sich noch zehn weitere Schiffe in der Gewalt der Piraten. Insgesamt haben die Piraten seit Jahresbeginn 30 Schiffe gekapert, am Donnerstag eroberten sie ein weiteres aus Ägypten.
Die Bremer Reederei forderte militärisches Geleit für die Handelsschifffahrt. Die im Vergleich zu den Schnellbooten der Piraten langsamen Frachter seien auf den Schutz der Streitkräfte angewiesen, die im Rahmen des Anti-Terror-Kampfes am Horn von Afrika stationiert sind, erklärte Beluga Shipping.
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