Deutsche Touristikfirmen sagen Ägypten-Reisen ab
Reuters | 1. Februar 2011 — Berlin (Reuters) - Die deutschen Reiseveranstalter ziehen Konsequenzen aus dem verschärften Reisehinweis des Auswärtigen Amtes …
Berlin (Reuters) - Die Proteste in Ägypten haben bisher nur geringe Auswirkungen für die deutschen Urlauber im Land.
Der Reiseveranstalter Thomas Cook (Neckermann Reisen) nahm am Donnerstag die Tagesausflüge in die Hauptstadt Kairo wieder auf, die am Vortag wegen der Unruhen ausgesetzt worden waren. Kostenlose Stornierungen von Ägypten-Reisen sind nach Angaben eines Sprechers nicht möglich. Der Anbieter FTI strich dagegen bis Dienstag alle Ausflüge nach Kairo. Es würden aber weiter Urlauber nach Ägypten geflogen, sagte Sprecherin Angela Winter. Die Gäste informierten sich zwar vor der Reise, es gebe aber keine Stornierungen.
Die FTI-Sprecherin verwies darauf, dass die Hauptziele wie Hurghada und Sharm el-Sheikh am Roten Meer nicht von den Unruhen betroffen seien. Auch Rewe Touristik (ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg) hat die Ausflüge nach Kairo abgesagt.
Ägypten ist wie die Türkei eines der Hauptziele für deutsche Billigurlauber. Rund 1,2 Millionen Deutsche reisen nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes pro Jahr nach Ägypten. Die Türkei wählen 4,5 Millionen Deutsche als Reiseziel.
Das Auswärtige Amt empfiehlt Ägypten-Urlaubern, Menschenansammlungen und Demonstrationen weiträumig zu meiden und die Medienberichterstattung zur Entwicklung der Lage aufmerksam zu verfolgen. Der Tourismus zählt neben dem Export von Erdöl und Erdgas zu den Haupteinnahmequellen Ägyptens. Der Tourismus-Sektor erwirtschaftet knapp 20 Prozent der gesamten Deviseneinnahmen des Landes. Deutsche stellen hinter Russen und Briten die drittstärkste Gruppe der Urlauber in Ägypten.
In Ägypten protestieren seit Dienstag Zehntausende gegen Präsident Husni Mubarak und seine Regierung. Am Donnerstag zündeten Demonstranten eine Polizeiwache in der Stadt Suez an. Bislang kamen bei den Protesten mindestens drei Demonstranten und ein Polizist um. Nach Angaben des Innenministeriums wurden bislang 500 Menschen festgenommen.
Erschienen 27. Januar 2011 bei http://www.reuters.com.
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