Bundesverfassungsgericht Geräteabgabe 2010: Kippt die Geräteabgabe nach § 54 UrhG?
Internet-Law | 11. Mai 2010 — In Deutschland werden auf Geräte und Speichermedien, die zur Herstellung von Privatkopien von urheberrechtlich geschützten Werk…
Dr. Fabian Niemann
Offenbar stehe ich mit meiner Meinung, dass das deutsche Urheberrechtsabgabensystem rechtswidrig ist nicht allein dar. Die Generalanwältin Verica Trstenjak hat heute in dem Fall vor dem EuGH der spanischen Verwertungsgesellschaft SGAE gegen die Padawan S.L. ihre Schlussanträge vorgelegt (Rechtssache C-467/08; vgl. auch die dazugehörige Presseerklärung vom 11.05.2010). Danach ist:
Der Begriff “gerechter Ausgleich” (nicht “angemessene Vergütung”, wie die deutschen Verwertungsgesellschaften immer behaupten) ein autonomer Begriff des Gemeinschaftsrechts, der einheitlich auszulegen ist, wobei bei den Kriterien der Mitgliedsstaaten ein Umsetzungsspielraum verbleibt. Beim “gerechten Ausgleich” ist Ausgewogenheit zwischen allen Parteien, also sowohl den Rechteinhabern als auch den unmittelbaren und mittelbaren Gläubigern der Zahlungspflicht herbei zu führen. ” Entscheidet sich ein Mitgliedstaat für ein System der Abgabe für den Ausgleich von Privatkopien auf Anlagen, Geräte und Medien zur digitalen Wiedergabe [was dem Mitgliedsstaat freigestellt ist], so muss diese Abgabe notwendigerweise nach dem durch Art. 5 Abs. 2 Buchst. b verfolgten Zweck und dem Kontext dieser Vorschrift (…) im Zusammenhang stehen, so dass die Erhebung der Gebühr nur dann gerechtfertigt ist, wenn die Anlagen, Geräte und Medien zur digitalen Wiedergabe mutmaßlich für die Anfertigung von Privatkopien verwendet werden.“ ” Die unterschiedslose Anwendung einer Abgabe aufgrund einer Privatkopieregelung auf Unternehmen und Freiberufler, die Geräte und Datenträger zur digitalen Wiedergabe eindeutig zu anderen Zwecken als dem der privaten Vervielfältigung erwerben, entspricht nicht dem Begriff des „gerechten Ausgleichs“ im Sinne des Art. 5 Abs. 2 Buchst. b der Richtlinie 2001/29.“ “Ein nationales System, das eine Abgabe für den Ausgleich von Privatkopien unterschiedslos auf sämtliche Anlagen, Geräte und Medien vorsieht, ist mit Art. 5 Abs. 2 Buchst. b der Richtlinie 2001/29 nicht vereinbar, soweit ein angemessenes Verhältnis zwischen dem gerechten Ausgleich und der ihn rechtfertigenden Einschränkung des Rechts zur Anfertigung von Privatkopien nicht mehr besteht, weil nicht angenommen werden kann, dass diese Anlagen, Geräte und Medien für die Anfertigung von Privatkopien verwendet werden.“Das deutsche Abgabenrecht knüpft in § 54 UrhG die Abgabenverpflichtung an die Erstellung von Kopien im Sinne des § 53 UrhG. Das sind in erster Linie, aber nicht ausschließlich, Privatkopien. Zahlreiche Nutzerstudien (und der gesunde Menschenverstand) beweisen, dass die relevante Nutzung im privaten und beruflichen Umfeld extrem divergiert. Nach den Schlussanträgen der Generalanwältin, insbesondere der Nummer 5, darf dies nicht zu einer identischen Abgabe führen. Fraglich ist, ob für Business Geräte überhaupt eine Abgabe gerechtfertigt ist. In keinem Fall darf hier aber “unterschiedslos” dieselbe Abgabe angewand…
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LEGALIT.de | 21. Oktober 2010 — Der Europäische Gerichtshof hat heute in der Rechtssache PADAWAN ./. SAGE (Urteil vom 21. Oktober 2010 - Az. C-467/08) die Anwe…
Kleinblog | David Klein | 11. Mai 2010 — Generalanwältin Verica Trstenjak hat in ihren Schlussanträgen in der Rechtssache C-467/08 die Ansicht vertreten, dass Abgaben für …
Rechtslupe | 11. Mai 2010 — In einem beim Gerichtshof der Europäischen Union anhängigen Vorabentscheidungsersuchen über die Rechtmäßigkeit von Urheberrecht…
JIPS News | 8. Februar 2011 — Das spanische Verfassungsgericht hat durch Urteil vom 29. November 2010 entschieden, dass Urheberrechtsabgaben für Privatkopien nu…
Rechtslupe | 21. Oktober 2010 — Schlechte Nachrichten für die Verwertungsgesellschaften: Die Anwendung der „Abgabe für Privatkopien“ auf Vervielfältigungsmedie…
Verfassungsblog | 11. Mai 2010 — Speichermedien und Vervielfältigungsgeräte kosten in Deutschland ein paar Euro mehr, weil auf den Kaufpreis die Geräteabgabe …
Internet-Law | 21. Oktober 2010 — Der Europäische Gerichtshof hat mit Urteil vom 21.10.2010 (Az.: C‑467/08) über die (spanische) Geräteabgabe, die als Ausgleich …
LawCamp @ Bird & Bird | 10. Mai 2010 — Dr. Fabian Niemann Für viel Aufregung hat in den letzten Tagen die Forderung der Zentralstelle für private Überspielungsrecht…
LawCamp @ Bird & Bird | 10. Mai 2010 — Dr. Fabian Niemann Kaum hat die Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ) als gemeinsame Gesellschaft der meisten d…
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