Merkel lädt Obama zu baldigem Deutschland-Besuch ein
Reuters | 5. November 2008 — Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den künftigen US-Präsidenten Barack Obama zu einem baldigen Deutschland-Be…
Berlin (Reuters) - Bundesregierung und Opposition verbinden mit der Wahl von Barack Obama zum künftigen US-Präsidenten hohe Erwartungen für die Lösung weltweiter Probleme wie Finanzkrise, Klimazerstörung und Kampf gegen den Internationalen Terrorismus.
Dabei hofft die deutsche Politik, dass die Weltmacht USA sich künftig stärker als unter George W. Bush in gemeinsame internationale Vereinbarungen einbinden lässt. Auch mit Gegenforderungen an die Europäer, sich in internationalen Krisenregionen noch stärker zu engagieren, wird gerechnet.
Bundeskanzlerin Angela Merkel lud Obama am Mittwoch in ihrem Glückwunschschreiben zu einem baldigen Besuch nach Deutschland ein. Sie sprach von einem "historischen Sieg". Vor Journalisten machte die Kanzlerin deutlich, dass der künftige US-Präsident nicht erst zum Amtsantritt im Januar, sondern möglichst schnell in die internationalen Beratungen zur Lösung der Finanzkrise einbezogen werden soll. Es sei richtig, dass Amtsinhaber Bush seinen Nachfolger bereits zum Weltfinanzgipfel am übernächsten Wochenende in Washington eingeladen habe. Merkel zeigte sich überzeugt, mit dem neuen US-Präsidenten die zahlreichen internationalen Probleme partnerschaftlich lösen zu können.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bekundete offen seine Sympathie für Obama. Er habe den US-Senator "als einen Mann kennengelernt, der Schwierigkeiten überwindet, der zusammenführt, der zuhören kann und der am Ende sehr besonnen, sehr souverän und sehr überlegt handeln kann". In Fragen wie Klimaschutz, Energiesicherheit, Abrüstungspolitik und einer besseren Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen stimme die Bundesregierung mit dem künftigen US-Präsidenten überein.
Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, sah Forderungen nach einem höheren militärischen Engagement der Deutschen in Afghanistan gelassen entgegen. Die Deutschen hätten schließlich gerade erst die Obergrenze für die Bundeswehreinheiten dort erhöht. Aus Sicht der Umweltverbände und der Grünen sind insbesondere die Chancen gestiegen, globale Umweltprobleme wie den Klimawandel und die Nahrungsmittelkrise zu bewältigen.
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