Deutsche erwarten noch das Schlimmste der Finanzkrise

Berlin (Reuters) - Fast zwei Drittel der Bundesbürger befürchten einer Umfrage zufolge, dass das Schlimmste der Finanzkrise erst noch bevorsteht.

In dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend teilten 63 Prozent diese Einschätzung, 31 verneinten sie. Der Bundesregierung stellen die Bürger eine gute Note für die Krisenbewältigung aus. 75 Prozent bewerteten die Reaktion der Regierung als schnell und entschlossen. Das am Mittwoch auf den Weg gebrachte Konjunkturprogramm bezeichneten 68 Prozent als richtig. 55 Prozent der Befragten halten ihre Ersparnisse bei den deutschen Banken weiter für sicher.

Besonders gute Noten für die Krisenbewältigung bekam Bundeskanzlerin Angela Merkel, der zehn Prozent eine sehr gute und 62 Prozent eine gute Arbeit attestierten. Finanzminister Peer Steinbrück hat nach Einschätzung von sieben Prozent der Befragten sehr gute und von 58 Prozent gute Arbeit in der Krise geleitet. Hingegen bewerten 37 Prozent der Befragten die Arbeit von Wirtschaftsminister Michael Glos als weniger gut, zehn Prozent sogar als schlecht. Dies schlägt sich auch in der allgemeinen Beurteilung mit der politischen Arbeit nieder. Dort sind nur noch 26 Prozent mit der Arbeit des Wirtschaftsministers von der CSU zufrieden (minus neun Punkte gegenüber Oktober), 52 Prozent sind unzufrieden. Spitzenreiter bei dieser Frage blieb die Kanzlerin, die ihren knappen Vorsprung vor Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier aus dem Oktober um zwei Punkte ausbauen konnte.

Auch im direkten Vergleich konnte Merkel die Distanz zu ihrem Herausforderer vergrößern. Wenn die Bundesbürger den Regierungschef direkt wählen könnten, würden der Umfrage zufolge 54 Prozent (plus 1) für Merkel stimmen, 31 Prozent (minus 1) für Steinmeier.

In der sogenannten Sonntagfrage legte die Union um zwei Punkte auf 37 Prozent gegenüber Oktober zu, allerdings auf Kosten ihres bevorzugten Koalitionspartners FDP. Dies Liberalen büßten zwei Punkte auf elf Prozent ein. Die SPD käme wie im Oktober auf 25 Prozent, wenn an diesem Sonntag ein neuer Bundestag gewählt würde. Die Linke würde demnach drittstärkste Kraft mit zwölf Prozent (plus 1), die Grünen könnten unverändert mit elf Prozent rechnen.



Quelle: Reuters (7. November 2008)

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Themen: Berlin , Ard

Erschienen 7. November 2008 bei http://www.reuters.com.

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