Deutsche Blogger können es nicht

In der Sueddeutschen war schon vor ein paar Tagen ein Artikel mit 10 Thesen zu finden, warum deutscher Blogger es angeblich nicht können. Ich möchte daraus zwei Thesen aufgreifen, die ich in der Tat als großes Problem sehe – auch wenn ich nicht weiß, ob das nun so typisch deutsch ist, wie dort behauptet.

Schon bei der fünften These dachte ich mir: Bingo!

5. Ein Blogger muss sich irren, wenigstens manchmal.

Das sehe ich ganz genauso und wer sich die Zeit nimmt, und hier im Impressum liest, stellt fest, dass ich das zumindest hier auf der Webseite zum Motto erhoben habe.

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass man immer Recht haben muss. Ich fand die Worte von Naisbitt treffend, der in seinem Mindset #4 (im Buch “Mindset”) schreibt

Nutzen Sie die Kraft, die darin liegt, nicht recht haben zu müssen

Genau das ist es. Ein Blog soll für mich als Betreiber Spass bieten, Hobby, meine Freizeit erfüllen – ich schreibe in meinen Blogs Gedanken (auch spontane, dazu gleich) und die können mitunter auch mal falsch liegen. Dann kommt einer und sagt “Ey, du machst da Mist” und man sieht es ein. Nunja – zumindest irgendwann.

Bevor einer aufschreit, dass ich hier ja nicht nur Gedanken, sondern auch wissenschaftliche Inhalte aufbereite: Klar mache ich das. Und? Glaubt hier irgendjemand, dass ich in jeder Klausur 18 Punkte hole? Ich denke doch nicht. Also ist es bestenfalls kindisch, zu erwarten, dass ich hier ständig recht hätte. Was nicht heisst, das ich nicht hin und wieder meine Position auch mal verteidige.

Und damit sind wir beim wichtigen Punkt, den der Autor der These bei der SZ verschweigt: Natürlich hat er recht damit, dass es selten dämlich ist, einen Gedanken nicht zu äussern, nur weil er falsch sein könnte und man Angst hat Dumm auszusehen. Zumal der Großteil der Inhalte von Blogs durch Meinungen geprägt sind – die nicht falsch sein können, sondern bestenfalls nicht vertretbar.

Aber: Ein Blog-Eintrag, der zu 100% richtig wäre, dem fehlt etwas. Nämlich die Antwort auf die Frage, warum man ihn kommentieren sollte. Mehr als “Guter Beitrag” könnte man nicht schreiben, und das wäre schnell langweilig. Es gäbe keine Diskussionen, keine guten Hinweise, keine Trolle und keine Flamewars. Da könnten wir die Kommentarfunktion auch gleich überall abschalten.

Ich kann mich dem Autor dort nur anschließen: Habt den Mumm, einfach mal zu schreiben, was euch durch den Kopf geht. Ist es falsch? Dann korrigiert eure Ansicht (nicht den Artikel) hinterher. Das Gute ist, dass in jedem noch so blödsinnigen Ansatz irgendwo eine gute Idee steckt. Die wird vielleicht jemand anderem dienen, der sie aufgreifen und weiter entwickeln kann.

Die dann folgende These 6 habe ich schon via Twitter kommentiert:

6.…

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Themen: Bingo

Erschienen 13. Mai 2009 auf http://www.jurakopf.de.

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