Israel, Land der Pressefreiheit
Aktenvermerk | 18. Juli 2006 — Bei Feder und Paragraph fand ich heute ein paar Sätze über die Lage in Israel aus journalistischer Sicht: So verordnet Is…
Der Krieg im nahen Osten breitet sich aus. Die Wortwahl "Krieg" habe ich dabei bewusst getroffen. Zwar ist es bisher keine militärische Auseinandersetzung zwischen zwei Staaten, sondern vielmehr zwischen Israel und einer terroristischen Vereinigung (Hisbollah) bzw. zweien (Hisbollah und Hamas), aber der Intensitätsgrad eines Krieges wurde spätestens am heutigen Tage erreicht: Ein israelisches Raketenboot wurde nach n-tv.de-Berichten von der Hisbollah mit einer Boden-See-Rakete beschossen und ferner die israelische Hafenstadt Haifa mit dem schwersten Hisbollah-Raketenangriff der letzten zehn Jahre angegriffen (Zehn-Jahresvergleich ebenfalls laut n-tv.de). Israel hat erwartungsgemäß massive Gegenschläge angekündigt, was meiner Meinung nach kaum zu verdenken ist. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Israel die Berichterstattung über diesen Krieg nun laut einer n-tv.de-Meldung einer massiven Zensur unterwerfen will: So verordnet Israel Journalisten einen Maulkorb, über VIP-Besuche im Norden Israels zu berichten (aus Angst vor dann erfolgenden Raketenangriffen) und ebenso ist es verboten, von den Zeitfenstern zu berichten, die die Zivilisten im betroffenen Gebiet Israels eingeräumt bekommen, um die Schutzunterkünfte für Besorgungen verlassen zu dürfen (ebenfalls aus Sorge um dann erfolgende, darauf abgestimmte Angriffe der Hisbollah). Ich bin gespannt, inwieweit sich die Medien daran halten werden, insbesondere bei nicht-israelischen Medien kann ich mir eine Befolgung dieser Regelungen kaum vorstellen. Denn wie sagt das zynische Sprichwort: Es ist erst ein Krieg, wenn CNN vor Ort ist.
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