Arbeitspflicht in Duisburg?
InsoBlog.de | 19. September 2007 — Während des Insolvenzverfahrens treffen den Schuldner Mitwirkungspflichten (§ 97 InsO). Da steht, dass der Schuldner Auskünft…
In der Wohlverhaltensperiode ist der Schuldner gemäß § 295 Abs. 1 Nr. 3 InsO verpflichtet, jeden Wechsel der Anschrift, unter der er persönlich und per Post zu erreichen ist, dem Insolvenzgericht und dem Treuhänder unverzüglich mitzuteilen, auch wenn die Wohnsitzgemeinde dieselbe bleibt. Auf den Wohnsitzbegriff des § 7 BGB kommt es nicht an. Ein Schuldner, der in der Wohlverhaltensperiode den Zugang von Auskunftsersuchen des Treuhänders vereitelt, hat die von ihm verlangten Auskünfte nicht erteilt.
Der Wohnsitzbegriff in § 7 BGB meint nicht die Wohnung bzw. konkrete Anschrift meint, sondern die kleinste politische Einheit, in der die Wohnung liegt. Der Begriff des Wohnsitzes in § 295 Abs. 1 Nr. 3 InsO ist jedoch nicht im Sinne des § 7 BGB auszulegen. Der Schuldner hat vielmehr jeden Umzug in eine andere Wohnung, auch in derselben Gemeinde, unverzüglich mitzuteilen.
Die Gesetzesbegründung zu § 244 RegE-InsO führt aus, dass die Anzeige jeden Wechsels des Wohnsitzes dem Treuhänder und dem Insolvenzgericht ermöglichen solle, das Verhalten des Schuldners ohne großen eigenen Untersuchungsaufwand zu überwachen und zu überprüfen. Die Anzeige eines jeden Wechsels des Wohnsitzes habe dabei besondere Bedeutung. Mit der Mitteilungspflicht soll sichergestellt werden, dass der Schuldner für Gericht und Treuhänder jederzeit erreichbar ist. Deshalb ist es zu Recht völlig herrschende Meinung, dass mit dem Begriff “Wohnsitz” im Sinne des § 295 Abs. 1 Nr. 3 InsO die konkrete Anschrift gemeint ist. Entscheidend ist, wo sich der Schuldner tatsächlich aufhält und per Post oder persönlich erreichbar ist.
Es kann daher keinem Zweifel unterliegen, dass der Schuldner auch jeden Umzug in eine andere Wohnung in derselben Gemeinde unverzüglich mitzuteilen hatte. Das ist für jeden Schuldner auch unmittelbar einleuchtend.
Es wäre allerdings zweckmäßig, bei entsprechenden Belehrungen des Schuldners die Verpflichtung konkret zu fassen und dazu aufzufordern, jeden Wechsel der Wohnung oder des sonstigen tatsächlichen Aufenthaltsortes unverzüglich mitzuteilen.
Nach § 296 Abs. 1 Satz 1 InsO rechtfertigt ein Verstoß gegen eine…
» Vollständiger ArtikelErschienen 30. Juni 2010 auf http://www.rechtslupe.de.
InsoBlog.de | 19. September 2007 — Während des Insolvenzverfahrens treffen den Schuldner Mitwirkungspflichten (§ 97 InsO). Da steht, dass der Schuldner Auskünft…
ent-schuldigung.de | 11. März 2010 — 6 Jahre lang muss der Schuldner den pfändbaren Teil seines Einkommens bzw. seines Gewinns an einen Treuhänder abtreten. Diese Z…
Rechtslupe | 13. Juli 2011 — Verweigert der Schuldner seine Mitwirkung im Versagungsverfahren nach § 296 Abs. 2 InsO, kann ihm die Restschuldbefreiung nur v…
InsoBlog.de | 15. März 2007 — “Ein Insolvenzverfahren dauert 6 Jahre” gehört zu den häufigen Ungenauigkeiten in der öffentlichen Wahrnehmung bei den Insolven…
Rechtslupe | 3. Februar 2009 — Das Insolvenzgericht versagt die Restschuldbefreiung auf Antrag eines Gläubigers, wenn der Schuldner während der Laufzeit der …
InsoBlog.de | 9. September 2007 — Der Fall betrifft eine Forderung aus einem Mietvertrag. Der Vertrag war vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens vom Schuldner ges…
InsoBlog.de | 4. November 2006 — InsO §§ 4, 4a, 5, 20 Abs. 1; ZPO §§ 114, 127, 574 Abs. 1 und 2; BGB § 1360a Abs. 4 a) Legt der Schuldner gegen eine die Stund…
ent-schuldigung.de | 29. November 2010 — Geldstrafen tauchen neben Steuerschulden und Verbraucherkrediten nicht selten in Verbraucherinsolvenzen auf. Wodurch untersch…
Rechtsanwalt Hänsch, Dresden | 23. Juni 2009 — Wer ein Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt und Restschuldbefreiung erlangen will, muss sich in der so genannten Wohlverh…
ent-schuldigung.de | 18. November 2010 — Wenn kein ausreichendes Vermögen vorhanden ist, durch das die Kosten des Verfahrens gedeckt werden können, wird der Insolvenz…