Der Täter als Hellseher?
am 20.09.2007 von RA J. Melchior, Wismar
Dem Mandanten wird eine fahrlässige Körperverletzung im Straßenverkehr vorgeworfen. Dass der Geschädigte auf einen Strafantrag verzichtet hat, ficht den wackeren Staatsanwalt natürlich überhaupt nicht an. Wozu gibt es denn das besondere öffentliche Interesse, mit dem sich die fahrlässige Körperverletzung ganz prima auch ohne den ansonsten zwingend erforderlichen Strafantrag verfolgen lässt?
Dass die zur Konkretisierung dieses nebulösen Begriffs heranzuziehenden Kriterien der Nr. 234 i.V.m. Nr. 243 Abs. III RiStBV wohl eher nicht erfüllt sind, stört ihn offensichtlich nicht - auch nicht die Tatsache, dass nach dieser Norm auch der Umstand beachtlich sein kann, dass der Verletzte auf Bestrafung keinen Wert legt und ein Grundsatz, dass bei einer im Straßenverkehr begangenen Körperverletzung das besondere öffentliche Interesse an der Strafverfolgung (§ 230 Abs. 1 Satz 1 StG stets oder in der Regel zu bejahen ist, nicht besteht. Er behaupte also das Vorliegen des besonderen öffentlichen Interesses und beantragt einen Strafbefehl, wo er Folgendes zur Unfallsituation schreibt:
„Als Wartepflichtiger fuhren Sie in die vorfahrtsberechtigte Staatsstraße (man beachte, man ist im Freistaat Sachsen) 100 ein, obwohl sich dort …
(Gefährliche) Körperverletzung unter Freunden
BERLIN BLAWG / Aus dem Polizeivermerk einer Strafakte geht hervor, dass der Geschädigte ohne Angabe von Gründen durch den Beschuldigten in das Gesicht geschlagen worden sei. Weiter heißt es, der Geschädigte sei von einem weiteren Beschuldigten…
Schlechter Anwalt
LawBlog / Wie nicht anders zu erwarten, gab es mit dem Ermittlungsrichter die eine oder andere Diskussion über die Reichweite des Auskunftsverweigerungsrechts nach § 55 Strafprozessordnung. Mein Mandant hatte im Rahmen seiner Aussage angedeutet, dass er ein…
Kopf runter und durch - Justiziale Geldverschwendung
RA J. Melchior, Wismar / Eigentlich ein alltäglicher Fall - und wieder ein Beispiel dafür, wie schnell ein Bürger in die Mühlen der Justiz gerät: Der Mandant hat an einer Kreuzung vor roter Ampel mit seinem PKW hinter einem anderen PKW gehalten. A…
Fußgänger gegen Moppedfahrer
Motorradrecht / Da er bei „Rot” über die Straße lief, verursachte ein 24-jähriger Fußgänger gegen 14 Uhr 50 einen Verkehrunfall an der Kreuzung Köpenicker Straße Ecke Brückenstraße in Mitte. Ein 29-jähri…
Heute beim Haftrichter
kanzlei-hoenig.info / Es ging unter anderem um die Frage, ob Fluchtgefahr vorliegt oder nicht. Die Staatsanwaltschaft hat vorgetragen, mein Mandant verfüge nicht über eine gefestigte familiäre Bindung. Mein Mandant hat dies bestritten. Der Richter entgegne…
Porsche-Billard
kanzlei-hoenig.info / Unter dem Titel “Porsche” stieß mit Straßenbahn zusammen schreibt die Polizei in ihrer Pressemitteilung: Hoher Sachschaden entstand gestern Abend als in Friedrichshain ein Pkw „Porsche“ mit einer Straßenbahn…
Rau geht es zu in Brandenburg
Kreuzberger Verkehrsrecht / Zumindest am 18.6.07 in Hennigsdorf: Auf der Ruppiner Straße in Henngisdorf kam es am Sonntagabend zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Radfahrern und einem deutschen Pkw-Fahrer mit einem in Polen zugelassenem Pkw. Die Radfahrer wollten…
Landgericht Lüneburg spricht Brüder frei
Mord ist mein Beruf / Der Mandant und sein Bruder waren erstinstanzlich vom Amtsgericht Celle wegen gefährlicher Körperverletzung - unverteidigt - zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Nun fand vor dem Landgericht Lüneburg die Beru…
