Der sinnlos Betrunkene

Auch das Strafrecht macht einen Tummelplatz für Betrunkene aus, ist doch Alkohol nicht selten bei strafbaren Handlungen im Spiel. Manchmal begründet er die Strafbarkeit, so bei der Trunkenheitsfahrt, manchmal schließt er die Strafbarkeit aus, sofern der Zustand des § 20 erreicht ist, manchmal scheint er - sofern er funktional eingesetzt wird - über die Rechtsfigur der actio libera in causa indifferent zu sein. Es ist also nicht so einfach mit dem Alkohol, auch im Rechtlichen nicht, und er taucht an unzähligen Stellen in jedem strafrechtlichen Kommentar auf. Das mich nun Überraschende: in aller Regel in der Rolle des „sinnlos Betrunkenen“, was bei den stets auf jedes i-Tüpfelchen Wert legenden Juristen sogleich die Frage aufwirft: Wann ist man sinnlos betrunken? Und vielleicht wichtiger noch: wann sinnhaft oder sinnvoll, was ja offensichtlich juristisch einen Unterschied zu machen scheint? Bei diesen Fragen wird mir gleich wieder ein wenig schummrig, ich trinke ein paar Bier, um mich zu stabilisieren. Allein die Formulierung „um … zu“ deutet messerscharf darauf hin, dass das Sinn macht. Und wenn ich einfach - wie regelmäßig - nur so vor mich hintrinke? Reicht „nur so“, um dem brutalen Urteil „sinnlos“ gerade noch einmal zu entkommen? Ballack steht eigentlich in jedem Spiel „nur so“ rum, was ich als sinnlos brandmarken würde, während andere darauf verweisen, dass es eben 11 Spieler in einer Mannschaft bedürfe. Auch das macht Sinn. Es macht eigentlich alles Sinn, nur nicht der Begriff des sinnlos Betrunkenen.

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Themen: Alkohol , Diary
Rechtsgebiet: Strafrecht

Erschienen 18. März 2007 auf http://www.smartnuts.com/.

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