Der Ärger mit dem Honorar - Jammern hilft nicht
am 17.01.2006 von strafblog
Es gehört zum kleinen Einmaleins der Strafverteidigung, dass man als Anwalt nur mit dem Honorar rechnen darf, dass man auch tatsächlich kassiert hat. Die schönste Honorarvereinbarung nützt nichts, wenn die Leistung erbracht ist und der Mandant dann nicht zahlt. Honorarvollstreckungen verlaufen oft genug fruchtlos. Deshalb gilt in der Regel der Grundsatz: Ohne Moos nix los!. Will meinen: Wenn das vereinbarte Honroar nicht bis zur Hauptverhandlung gezahlt ist und auch keine solventen Sicherheiten vorliegen, sollte man sich gut überlegen, ob man das Mandantsverhältnis nicht besser beendet. Manchmal ist man aber doch zu gutmütig ...
Heute morgen erhielt ich in einer Vollstreckungsangelegenheit gegen eine frühere Mandantin Kollegenpost. Ausschnitte hieraus:
Primärer Anlass unserer Mandatierung für Frau X ist die Trennung vom Ehemann und die damit verbundenen Probleme. ..Zum Zeitpunkt Ihrer Pfändung weist das Konto unserer Mandantin bei der XY-Bank kein Guthaben auf. Daran wird sich auch zukünftig nichts ändern. Das Einkommen unserer Mandantin, die im übrigen noch 2 minderjährigen Kindern zum Unterhalt verpflichtet ist, liegt unterhalb des Pfändungsfreibetrages ...Wir werden unserer Mandantin empfehlen müssen, ein privates Insolvenzverfahren durchzuführen, wenn nicht eine Einigung erzielt werden kann, wobei diese allerdings nur dann sinnvoll werden kann, wenn Sie ganz erhebliche Abstriche bei der Forderung hinnehmen. Wir könnten uns vorstellen, dass zur Vermeidung der Mühen eines Insolvenzverfahrens Frau X einen Betrag von 500 in monatlichen Raten zahlt, wenn damit alle Ansprüche aus dem hier in Rede stehenden Titel erledigt sind. Wir bitten um wohlwollende Prüfung dieses Vorschlages ...
Ich bin wohlwollend. Bleibt mir ja auch nicht viel Anderes übrig. Die Insolvenzquoten sind zumeist ernüchternd. Und außerdem hätte ich seinerzeit ja auch das kleine Einmaleins beachten können.
Meine Forderung in dieser Sache beläuft sich auf ca. 3.200 . So ist das.
Autor: RA Rainer Pohlen
Honorar für besondere Leistungen nur bei schriftlicher Honorarvereinbarung
Heinicke und Kollegen / OLG Oldenburg, Urteil vom 26.07.2005, Az: 2 U 35/04 Ein Architekt hatte einen Statiker als Subunternehmer mit der Erstellung einer Statik beauftragt. Nachdem die Statik fertig gestellt war, änderte der Bauherr die Ausführung. Aufgrund dessen musste…
HIN UND HER
LawBlog / Lieber Raten statt Klage. Sagt der Gegner. Also schließen wir mit ihm eine Ratenzahlungsvereinbarung ab. Mit einer strengen Fälligkeitsklausel. Danach ist der Gesamtbetrag sofort fällig, wenn mit einer Rate mehr als zehn Tage Verzug eintreten. D…
Das habe ich gern II
RA-Blog / Ich hatte für eine Mandantin vor Gericht einen, in meinen Augen, guten Vergleich ausgehandelt. Die Gegenseite verzichtete auf gut 3/4 ihrer Forderung und meiner Mandantin wurde sogar noch eine recht niedrige monatliche Ratenzahlung eingeräumt. Das…
Sind denn hier alle bekloppt?
RA-Blog / Eine Mandantin erhielt vor einigen Tagen einen Anruf von einem Polizeibeamten, der ihr vorwarf, das Fahrrad einer Frau XY beschädigt zu haben. Die Mandantin erklärte, sie habe kein Fahrrad beschädigt und Frau XY sowieso schon eine Weile nicht meh…
Man(n) kann´s ja mal versuchen ...
strafblog / ... muss sich wohl ein geschiedener Ehemann gedacht haben, der meine Mandantin gute 15 Jahre nach der Scheidung angeschrieben hat, um finanzielle Forderungen aus der Ehezeit geltend zu machen. Die Ex-Ehefrau habe ihn während der zweiten Hälfte der…
Schikanöses Finanzamt Magdeburg I
Strafprozesse und andere Ungereimtheiten / Hier berichtete ich bereits über die Rechtskünstler des Finanzamtes Magdeburg I, die meinen, einen Vordruck füllt man richtig aus, wenn man wahrheitswidrige Angaben macht. Damit aber nicht genug. Sachbearbeiter und sein Vorgesetzter von der Steu…
Aber klar doch
RA-Blog / Aus dem Schreiben eines Kollegen, der eine Schuldnerin in einem - noch aussergerichtlichen - Insolvenzverfahren betreut: Auf absehbare Zeit wird es meiner Mandantin nicht möglich sein, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen oder ein höheres Einko…
Strafe muss sein: Räuberischer Diebstahl statt Heiratsschwindel
strafblog / Heute Mittag hatte ich mich in einem Blogbeitrag über ein großes Aktenpaket beklagt, das ich jetzt ohne Hilfe eines Referendars sichten muss. Dafür habe ich bereits in einem Kommentar Prügel bezogen und den Gang nach Canossa angetreten oder zumin…
Das liebe Geld, oder: Reine Verarsche?
strafblog / Es gehört inzwischen zum kleinen Einmaleins der Strafverteidung, dass man sich als Anwalt ohne hinreichenden Honorarvorschuss gar nicht erst in Bewegung setzen soll, wenn´s mit einem gewissen Aufwand verbunden ist und man den Mandanten nicht gut ge…
