Der Prinz und die Presse

Das Prinz Ernst-August von Hannover zu schnell gefahren war in Frankreich wußte er, aber bis gestern ging er davon aus, dass die Presse hierüber nicht berichten hätte dürfen. Von den Entscheidungen der Vorinstanzen stand es 1:1. Der BGH hat nun das 1:2 in der Partie Hannover versus Presse verwandelt..... Pressemitteilung des BGH: (...) Zwar stellt die öffentliche Berichterstattung über eine Straftat unter Namensnennung, Abbildung oder Darstellung des Täters regelmäßig eine erhebliche Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts des Täters dar. Andererseits gehören Straftaten zum Zeitgeschehen, über das die Medien die Öffentlichkeit grundsätzlich zu unterrichten haben. Eine vollständige Berichterstattung unter Namensnennung und Abbildung des Täters kann je nach Art der Tat und der Person des Täters zulässig sein. Sie ist nicht prinzipiell auf schwere Straftaten beschränkt. Der Bundesgerichtshof hat die Auffassung des Berufungsgerichts bestätigt, dass eine Berichterstattung hier zulässig war. Es handelte sich um einen schwerwiegenden Verkehrsverstoß, der schon als solcher geeignet ist, Anlass zu öffentlicher Diskussion zu geben. Hierüber darf jedenfalls dann mit Namensnennung und Abbildung berichtet werden, wenn er von einer in der Öffentlichkeit bekannten Person begangen wurde. (bzgl. Urteile vom 15. November 2005 - VI ZR 286/04, VI ZR 287/04, VI ZR 288/04)

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches
  • Links

Themen: Bgh , Frankreich , Die Presse , Prinz Ernst August , Ernst August Von Hannover

Erschienen 17. November 2005 auf http://strafverteidiger-feltus.blogspot.com.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

BGH: Presse durfte über Verkehrsverstoß von Prinz Ernst August berichten

Jurabilis | 15. November 2005 — Begeht ein Prominenter einen schwerwiegenden Verkehrsverstoß, darf die Presse hierüber mit Namensnennung und Abbildung berichten. …

Presserecht: Ernst August vor BGH abgeblitzt

Recht und Alltag | 15. November 2005 — Der 6. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs verwarf heute die Revisionsklagen des Prinzen Ernst August von Hannover. Er wollte drei…

BGH: Keine Löschungspflicht für Online-Archiv einer Rundfunkanstalt, wenn der Beitrag ursprünglich zulässig war

Beckmann und Norda Rechtsanwälte Bielefeld | 31. Januar 2010 — BGH Urteil vom 15.12.2009 VI ZR 227/08 GG Artt. 1 Abs. 1; 2 Abs. 1; 5 Abs. 1; BGB § 823 Abs. 1 Ah; 1004 Abs. 1 Satz 2 Leitsatz de…

Individualisierende Medienberichterstattung bei Sexualstraftätern – 1 BvR 1107/09

IP|Notiz | 17. Juli 2009 — Vor wenigen Tagen erging ein äußerst interessanter Beschluss des Bundesverfassugnerichts. Darin wehrte sich ein ehemaliger Pr…

LG Hamburg: Identifizierende Berichterstattung vor Verurteilung verletzt Persönlichkeitsrecht, insbesondere bei Ausschluss der Öff…

Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 9. Dezember 2009 — LG Hamburg, Urteil vom 23.10.2009, Az. 324 O 120/09 §§ 823, 1004 BGB analog Das LG Hamburg hat entschieden, dass eine ident…

LG Hamburg: Nur anonyme Berichterstattung bei Verfahren wegen sexueller Nötigung

Presserecht aktuell | 11. Februar 2010 — Das Landgericht Hamburg hat erneut entschieden, dass bei einer Berichterstattung über ein Verfahren wegen sexueller Nötigung di…

Hanseatisches OLG: Herkunftslandprinzip - Sind die Voraussetzungen für einen Unterlassungsanspruch nach dem Recht eines Staates im…

MEDIEN INTERNET und RECHT | 1. November 2007 — 1. Die Regelung des § 3 Abs. 2 TMG modifiziert das allgemeine Deliktsrecht dergestalt, dass im internationalen Dienstleistungsverk…

LG Berlin: Namensnennung von Anwalt verboten

BERLIN BLAWG | 5. November 2009 — Das Landgericht (LG) Berlin hat mit Urteil vom 08. September 2009 – 27 O 433/09 entschieden, dass die Berichterstattung im In…

Identifizierende Berichterstattung ist ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht

Presserecht aktuell | 11. Dezember 2009 — Das Landgericht Hamburg hat in einem Urteil entschieden, dass eine identifizierende Berichterstattung ein Eingriff in das Per…

Zum Unterlassungsanspruch bei identifizierender Berichterstattung über einen Straftäter

Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf | 21. Dezember 2009 — Das OLG Koblenz (4 U 1546/08) stellt zu den Voraussetzungen des Unterlassungsanspruchs und des Geldentschädigungsanspruchs bei …

Das Bundesverfassungsgericht
Der Bundesgerichtshof