Der Präsident und die Wurst

Als Angeklagter kann man sich bei der Staatsanwaltschaft am effektivsten unbeliebt machen, nicht etwa, indem man schweigt. Daran sind Ermittlungsbehörden gewöhnt. Sondern indem man redet, aber immer nur das, was alle sowieso schon wissen. Und als reumütiges Geständnis präsentiert, was der Richter ansonsten aus der Akte vorgelesen hätte, weil es dort bereits lückenlos nachgewiesen ist. Wenn der Angeklagte diese Strategie dann auch in der laufenden Beweisaufnahme anwendet, macht er es noch schlimmer. Nichts ist ungünstiger, als auf Vorhalt einer Zeugenaussage eingestehen zu müssen, dass man bei seinem ersten Geständnis wohl doch noch ein paar Untaten wesentliche Details vergessen hatte. Es gibt Kandidaten, die sich in diesem Punkt als absolut lernresistent erweisen und immer wieder lügen. Und jedes Mal…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches
  • Links

Themen: Staatsanwaltschaft , Akte
Rechtsgebiet: Strafrecht

Erschienen 21. Dezember 2011 auf http://nebgen.blogspot.com.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

SEHEN UNS

LawBlog | 10. Januar 2005 — Diskussion mit einem Strafrichter, der um 18.04 Uhr (sehr löblich, diese Arbeitszeiten) auf mein Handy durchgestellt wurde: I…

Bitte schriftlich

LawBlog | 10. Januar 2011 — Nur um nicht von einem Rechtsmittel der Staatsanwaltschaft überrumpelt zu werden, hatte ich Berufung gegen das Urteil einer S…

Effektiv Mahnen: Effektiv mahnen

MCNeubert lawblog | 5. Februar 2007 — Manche Schuldner sind schon ziemlich hartnäckig, bzw. einfach abgebrüht. Insbesondere dann, wenn man kleinere Beträge für gute …

Sitzordnung Gericht: Die Sitzordnung bei Gericht

Rechtseinblicke | 4. Mai 2008 — Oftmals höre ich Fragen, warum bei Gericht der Kläger/Staatsanwalt auf der linken Seite des Richters und der Beklagte/Angeklagt…

TINA: Erlaubt ist, was nicht verboten ist

NEBGEN | 12. Juli 2011 — Als Strafverteidiger ist man manchmal gezwungen, auch ungewöhnliche Wege zu beschreiten. Denn auf den gewöhnlichen Wegen wandeln a…

Pech gehabt, Herr Kollege

Rechtsanwalt News | 12. August 2009 — Es gibt immer wieder diese Prozesssituation, in der man sich fragt, ob man bei dem Zeugen noch einmal nachhakt oder das besser …

Letzter Roman – oder: Hörbuch in der Hauptverhandlung?

Heymanns Strafrecht Online Blog | 23. Dezember 2010 — Die SZ hat vor einigen Tagen über ein Verfahren berichtet, in der der Angeklagte ein 14 (!!) Stunden dauerndes letztes Wort ges…

Akten gehen ihren Weg

LawBlog | 7. März 2008 — Irgendwie hatte ich es schon geahnt, dass es mir im Fall mit der Anwaltsverhinderung auch am Montag verwehrt sein wird, einma…

Fortsetzungstermin

Alltag eines Anwaltes | 9. Mai 2011 — Heute waren mal wieder drei Angeklagte auf der Anklagebank. Ähh. Nein. Richtig, drei Angeklagte waren geladen. Zwei kamen. Einer f…

Und jetzt das Wetter...

NEBGEN | 16. Mai 2010 — Sorry, ich meinte natürlich nicht das Wetter, sondern den Kachelmann. Das ist dieser etwas ungepflegt, aber ungemein sympathisch w…

Kreditaffäre: SPD wirft Wulff Guttenberg-Taktik vor

Die Wahrheit nur scheibchenweise servieren: SPD-Mann Sebastian Edathy wirft Christian Wulff vor, dieselbe Salamitaktik wie Guttenberg anzuwenden. Zuvor hatte der Anwalt des Bundespräsidenten bestätigt, dass Egon Geerkens doch an der Vergabe des umstrittenen Privatkredits beteiligt war.