Der Kunde ist König bei Amazon

Eine Mandantin bestellt eines Tages bei Amazon. Als nach einer Woche nichts geliefert wird, fragt sie per E-Mail nach und erhält keine Antwort. Wieder eine Woche später schreibt sie nochmal, hat aber inzwischen die Zahlung zurückbuchen lassen. Keine Ware, keine Kohle. Dann die Antwort:

“Wir bedauern, dass Sie bis heute Ihre Bestellung (…) nicht erhalten haben. (…) Da wir die Sendung an Sie verschickt haben, bitten wir Sie um eine eidesstattliche Erklärung, dass diese Sie nicht erreicht hat.”

Die Mandantin reicht die EV ein. Einige Tage später wird ihr mitgeteilt, dass das Kundenkonto “intern ausgeglichen” wurde. Sie solle nur bitte Verständnis dafür haben, dass sie 6,- EUR Bearbeitungsgebühr für die Rücklastschrift zahlen muss. Erstmal fragt sie aber nach, ob sie den Artikel jetzt nochmal bestellen soll. Der Kundenservice schreibt, sie soll, da mit einer Lieferung der ersten Bestellung nicht mehr zu rechnen sei. Aus der Bestellung wird nichts, da sich die Mandantin bei Amazon plötzlich nicht mehr einloggen kann. Wieder beschwert sie sich, woraufhin sie eine “Letzte Mahnung” über den nicht gelieferten Artikel und die Rücklastschrift erhält.

“Sollte der Betrag nicht innerhalb der gesetzten Frist bei uns eingehen, sehen wir uns leider gezwungen, die Angelegenheit an unser Inkassobüro zu übergeben. Bitte ersparen Sie sich und uns die dadurch entstehenden Unannahmlichkeiten und Kosten.”

Die Mandantin teilt nun alles Vorstehende nochmals mit. Das Schreiben bleibt ohne Reaktion, das Kundenkonto gesperrt. Dann schreibe ich in etwa sinngemäß an Amazon, dass eine Zahlung für die nicht gelieferte Ware nicht zu erwarten steht. Die Antwort:

“(…) haben wir das Kundenkonto geprüft und festgestellt, dass kein offener Saldo besteht. Das Kundenkonto haben wir umgehend gesperrt.”

Fehlte nur noch eine kurze Anfrage wegen der Sperrung. Dann kam das:

“Bitte ignorieren Sie die Mitteilung, dass das Kundenkonto geschlossen bleibt.”

Warum nicht gleich so?

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Themen: Amazon , Amazon Email Schreiben

Erschienen 27. September 2005 auf http://www.ra-blog.de.

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