Der Ghostriter wird Fachanwalt

Wer Fachanwalt für Familienrecht werden will muss neben der theoretischen Ausbildung und Prüfung 120 familienrechtliche Fälle persönlich und weisungsfrei bearbeitet haben. Mindestens 60 der Fälle müssen gerichtliche Verfahren sein; dabei zählen gewillkürte Verbundverfahren sowie Verfahren des notwendigen Verbundes mit einstweiligen Anordnungen doppelt.

Diese Menge schaffte ein Anwalt mit seiner eigenen (noch) kleinen Kanzlei nicht. Er arbeitete jedoch noch für zwei andere Kanzleien als freier Mitarbeiter. Dort bearbeitete er Familiensachen in ausreichender Zahl selbständig und verfasste auch Schriftsätze. Diese jedoch gingen unter dem Briefkopf und mit der Unterschrift des „Fremdanwalts“ raus.

Das mochten die Anwaltskammer und der Anwaltsgerichtshof Hamm für die Zulassung als Fachanwalt nicht anerkennen.

Doch, das geht sagt der BGH

Der erbrachte Nachweis wird durch die Ergebnisse der Durchsicht von ausgewählten Akten, die von der Beklagten sowie vom Anwaltsgerichtshof vorgenommen worden ist, nicht durchgreifend erschüttert. Dass danach Schriftsätze fast ausnahmslos von den mandatierten Rechtsanwälten unter deren Briefkopf unterzeichnet wurden, wobei sich überwiegend keine eindeutig auf die Urheberschaft des Klägers hinweisenden Diktatzeichen gefunden haben, steht der Annahme des Nachweises persönlicher Bearbeitung im Hinblick auf die vorgelegten anwaltlichen Versicherungen nicht grundsätzlich entgegen (s. auch AGH Hessen, BRAK-Mitt. 2009…

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Themen: Hessen , Brak , Fachanwalt , Hopper , Freier Mitarbeiter , Agh , Fachanwalt Für Familienrecht

Erschienen 3. Januar 2012 auf http://www.blog.beck.de/blog.

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