Der erfolgreiche Start ins Referendariat

Juhu, das erste Examen ist geschafft! Und was kommt jetzt?

Endlich die Praxis, endlich spannende und vor allem echte Rechtsfälle! Ich hatte mich wirklich auf das Referendariat gefreut.

Doch was ist passiert?

Als erstes: Der Einführungslehrgang im Zivilrecht. Vier Wochen lang in erster Linie stundenlang zuhören und wenig verstehen (Ich habe jedenfalls nicht viel verstanden von dem was da erzählt wurde.). Und das Hauptproblem: Es besteht Anwesenheitspflicht! Die Freiheit, die man im Studium hatte „mit den Füßen“ darüber zu entscheiden, ob sich eine Veranstaltung lohnt oder nicht (Zitat von Prof. Schwab), hat man leider nicht mehr. Zwar kann man sich krankmelden, doch bei zu vielen Krankheitstagen wird einem mit „Attestpflicht“ gedroht. Also muss man hin. Und dann kommen da noch die Geschichtstage „Aspekte Deutscher Justizgeschichte“. Auch Anwesenheitspflicht. Ein fünfstündiger Kampf gegen das Einschlafen und das in jedem Einführungslehrgang von Neuem ;-(.

„Naja, nach dem Einführungslehrgang wird’s besser.“, versuchten mich meine Freunde aufzumuntern….bei denen vielleicht…

Meine Zivilrechtsstation war schon wieder ein Kampf, meine Ausbilderin beim Amtsgericht, an sich eine sympathische Person, war leider mit meinen Urteilen und Voten nie zufrieden. „Den Tatbestand beim Versäumnisurteil baut man aber anders auf und in diesem Satz haben Sie gar nicht das Imperfekt benutzt und ein Beweisbeschluss sieht auch etwas anders aus…, haben Sie das nicht im Einführungslehrgang gelernt?“ Ähh, nein, haben wir nicht!!! Es konnte doch nicht sein, dass es nicht um Inhalte, sondern nur um diese dämlichen Formalien ging… Aber es war so.

Dann die Staatsanwaltschaft, schon wieder eine freundliche junge Frau, aber wieder mit sehr hohen Ansprüchen. Ich dachte, ich komme um zu Lernen, sie dachte ich hätte bereits gelernt. Wieder mein Lieblingssatz: „Haben Sie das nicht im Einführungslehrgang gelernt?“ Warum machen nicht die Ausbilder, die wir später bekommen die Einführungslehrgänge, dann wüssten sie, was man alles nicht lernt!

Nun war ich demotiviert, hatte eine wahre Aktenphobie und wollte auch nicht mehr in den Staatsdienst. Dann die nächste Station: in der Verwaltung. Ich war so gut wie nie da und habe auch so gut wie nichts gemacht. Und siehe da. Mein Ausbilder war mit mir zufrieden. Er lobte sogar meine „herausragenden“ EDV-Kenntisse, hi, hi, hi. Was er meinte, weiß ich nicht. Und ich weiß auch nicht woher die guten Noten kommen. Nun bin ich mir nicht sicher, ob ich den Mädels unter euch raten soll: „Sucht euch eher männliche Ausbilder und auf …

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Erschienen 13. Februar 2011 auf http://www.minirep.de.

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