Der Eee-PC: Optimal für Jura-Studenten?

Den Eee-PC beobachte ich schon etwas länger, gekauft habe ich mir keinen. Noch nicht. Dass es sich um eine bemerkenswerte Etnwicklung handelt, wusste ich spätestens, als mich im juristischen Seminar selbst ein bekennender “Ich-bin-Nur-Nutzer” auf dieses “FinA5-Notebook” angesprochen und mich gefragt hat, was ich davon halte. Da mir kein Exemplar zum testen vorlag, konnte ich bisher nichts schreiben, nun hat mir jemand übers Wochenende mal einen geliehen und ich kann ein paar Zeilen dazu schreiben.

Zuerst einmal: auf Anhieb überzeugt das Gerät. Extrem klein, unvorstellbar leicht - trotzdem praktikabel. Ich habe sehr grosse Hände, dennoch war ein problelauf auf der Tastatur kein Problem. Die winzig erscheinenden 4GB Festplatte sind für die Zielgruppe “extrem mobiles Arbeiten” vollkommen ausreichend, auch wenn man es zuerst nicht glauben mag. Hinzu kommt, dass man mit SD-Karten als Speichermedium arbeiten kann, so dass Speicher für normales Arbeiten zur Genüge vorhanden sein sollte. Das Produkt ist im ersten Fazit für mich wirklich gut. Und jetzt kommt das “Aber” - oder genauer: Die zwei “aber”.

Erstes Manko: Das System

Ich mag Linux und werde nichts gegen Linux sagen. Aber Linux ist nunmal nicht Windows, mithin laufen Windows-Anwendungen auch nicht unter Linux. Auf meinem Rechner stört mich das nicht, da habe ich einen virtuellen PC mit Windows laufen, in dem ich meine leider notwendigen Windows-Anwendungen nutzen kann. Wie z.B. meine juristischen Datenbanken. Ein Rechner auf dem ich die nicht nutzen kann ist mir nichts wert als Studenten-Rechner, tut mir leid. Und von Hand Windows installieren ist mir zu blöd, ich will bei so einem Rechner kaufen und dann nutzen. Nicht kaufen, uminstallieren und dann vielleicht nutzen.

Zweites Manko: Der Bildschirm bzw. die Auflösung

Man muss wissen, dass ich mit meinen Datenbanken nicht der Regelfall bin: Nicht jeder will seine BGHSt CD laufen lassen, manch einer wird sagen: “Wenn ich damit schreiben kann ist das ausreichend”. Auch ich stelle es mir cool vor, mit dem Gerät meine nächste Seminararbeit zu schreiben. Jedenfalls tat ich das, bis ich es in der Praxis hatte - wer die Textanwendung startet wird feststellen, dass man nach rechts scrollen muss, um den rechten Rand zu sehen. Man kann nicht schreiben und dabei die gesamte Textfläche im Blick haben. Für mich ein unerträglicher Zustand. Der kleine Bildschirm mit der zu niedrigen Auflösung (7’’ - Auflösung: 800×480) ist einfach nur zu wenig.

Noch ein Aber!

Der Eee-pC, so vermute ich, war ein Testlauf. Nachdem er innerhalb kürzester Zeit ausver…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches

Themen: Jura , Arbeitstipps , Notebook

Erschienen 17. März 2008 auf http://www.jurakopf.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Ich hatte mal einen Linux-Rechner

LawBlog | 1. Februar 2008 — Nach einigen Gehversuchen mit dem EEE PC habe ich das Linux-Experiment beendet und Windows XP installiert. Mit dieser Anlei…

Office-Pakete im Überblick

Jurakopf | 8. Januar 2008 — Es gibt auf dem Markt inzwischen eine Fülle von Office-Paketen - alleine für das Microsoft Office gleich zwei verschiedene “I…

Ein Notebook für Studenten

Jurakopf | 31. März 2008 — Nachdem ich etwas zum Eee-PC geschrieben habe folgt hier nun ein allgemeiner Artikel zum Thema Notebook. Fakt ist -jedenfalls…

Ruhezustand nutzen

Jurakopf | 8. Januar 2008 — Durch einen Eintrag bei DPMS-INFO fällt mir gerade das Thema “Ruhezustand” nochmal auf: Der ist in der Tat lohnenswert. Zuhau…

Kurz: Normfall 4 ist erschienen

Jurakopf | 9. Juli 2008 — Ich hatte vor einiger Zeit auf die Software Normfall hingewiesen, dort noch Version 3. Ich war und bin von der Version 3 sehr…

Nochmal zum Notebook für Studenten (und Anwälte)

Jurakopf | 30. Mai 2008 — Ich habe schon was zum Eee-PC geschrieben, und auch dazu, welches Notebook man sich als Student aussuchen sollten. Nachdem …

Zur Strafe: Windows

Rechtsanwalt Hänsch, Dresden | 27. August 2007 — Ein Linux-Fan muss mit Windows arbeiten, berichtet ZDNet: McCausland wurde verurteilt, weil er unter anderem die Star-Wars-…

Und noch ein Jurist mit dem Eee PC

Obiter Dictum | 13. April 2008 — Nach den Kollegen Vetter, Hartmann und Petronella bin ich seit einer Woche nun auch stolzer Besitzer eines weißen Eee PC von …

Secunia: Nur zwei Prozent der Windows-Systeme vollständig gepatcht

Datenschutzbeauftragter Online | 4. Dezember 2008 — Heise berichtet von der aktuellen Secunia-Statistik: Die Zahlen sind erschreckend: Nur knapp 2 Prozent waren vollständig ge…

Windows Geschichte: Windows - die unendliche (Leidens-)Geschichte

RA J. Melchior, Wismar | 10. Februar 2007 — Im Newsletter von computerwissen.de findet sich folgende Meldung: „Alle 3 Jahre soll zukünftig eine neue Windows-Version ersc…