Der Commodore 64 und die Talionsformel
Der Student Majid Movahedi hatte sich in Ameneh Bahrami verliebt. Sie aber nicht in ihn. Im November 2004 griff er sie mit
Schwefelsäure an. Der Anschlag hatte Gesicht und Körper der Iranerin verstümmelt und sie das Augenlicht gekostet, weil sie seine
Gefühle zurückgewiesen hatte.
Das Ganze hatte ein juristisches Nachspiel, in dem sich Strafrichter den Fall anschauten. Für so etwas gibt Spielregeln, also Gesetz
und Recht, an die auch im die Richter gebunden sind.
Allerdings gibt es in jenem iranischen Gottestaat andere Gesetze, es gilt anderes Recht, wie in unseren Breiten.
Laut islamischen Gesetzen gibt es das “Auge-um-Auge”-Prinzip, das dem erlaubt, dem Täter das gleiche Leiden zuzufügen.
schreibt die Süddeutsche
Dieses – zutreffend als Talionsformel bezeichnet –
war einmal ein Fortschritt in der Geschichte des Rechts:
Nach überwiegender rabbinischer und historisch-kritischer Auffassung verlangte die sogenannte Talionsformel (von lateinisch talio:
Vergeltung) einen angemessenen Schadensersatz in allen Fällen von Körperverletzung vom Täter, um die im Alten Orient verbreitete
Blutrache einzudämmen und durch eine Verhältnismäßigkeit von Vergehen und Strafe abzulösen.
kann man in nachlesen.
Vor der Einführung des Rechtssatzes:
„… so sollst du geben Leben für Leben, Auge für Auge, für
Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brandmal für Brandmal, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme.“
ging es also noch einen Zacken härter zu. Das war aber mit dem Ende des Mittelalters und dem Beginn der Neuzeit erledigt. Die
Menschheit entwickelte sich weiter.
Jedenfalls in vielen Teilen der Welt. Leider nicht überall. Und es gibt Länder bzw. Kulturen, die eine umgekehrte Entwicklung
beschreiben, nachdem sie einmal ein gewisses humanes Niveau erreicht hatten:
Möglich wird diese grausame Körperstrafe durch die vom Islam aus dem altarabischen Stammesrecht übernommene Praxis der Blutrache,
Qissas …
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