Der Blaulicht-Kurier - Crimemapping in der Hauptstadt

Der Berliner Kurier hat diese Woche einen neuen Dienst ins Leben gerufen: den Blaulicht-Kurier. Dabei werden von der Polizei registrierte und per Pressemitteilung veröffentlichte Straftaten, Vergehen und Verkehrsunfälle, die sich in Berlin und Brandenburg zugetragen haben, von Redakteuren des Berliner Kuriers auf einer Karte bei Googlemaps verlinkt. Gewalt-, Raub- und Diebstahlsdelikte aber auch Fälle von Vandalismus, Verkehrsunfälle und Brände sind jeweils durch unterschiedliche Symbole gekennzeichnet (siehe Legende). Laut Angaben des Berliner Kuriers wurden bereits über 5.000 Vorfälle der vergangenen Jahre in die interaktive Karte eingetragen; täglich werden neue Informationen hinzugefügt. Der Blaulicht-Kurier soll zur Information über die Sicherheitslage einzelner Stadtbezirke dienen und richtet sich dabei sowohl an ortsansässige Bewohner als auch an Immobiliensuchende.

Wie gefährlich ist Berlin wirklich? In welchem Kiez lebt es sich am sichersten? Was passiert in meiner Straße? Soll ich wirklich in diese Gegend umziehen? Ein neues Internet-Angebot des KURIER gibt Antworten auf diese Fragen: Mit dem “Blaulicht-KURIER” startet heute der erste echte Kriminalitäts-Atlas für Berlin und Brandenburg unter www.blaulicht-kurier.de Straßengenau finden Sie Verbrechen und Delikte in Ihrer Nachbarschaft; tagesaktuell, aber auch aus den vergangenen Jahren.

Auch wenn es sich bei dem Blaulicht-Kurier lediglich um eine Zusammenstellung bereits publizierter Informationen handelt, vermag eine derartige Darstellung die Kriminalitätsfurcht zu schüren. Die oben zitierte Beschreibung des Informationsdienstes, legt nahe, dass sich die Verantwortlichen beim Berliner Kurier über die mögliche Wirkung durchaus im Klaren sind. Ob sich bzw. welche Folgen sich für die Anwohner im Umfeld von derart publik gemachten crime-hotspots ergeben, hängt maßgeblich von der Rezeption des Informationsangebots durch die Leserschaft ab. Es bleibt abzuwarten, wann die erste Crime-Map veröffentlicht wird, die die Möglichkeiten des Mitmach-Internets (Web 2.0) wirklich ganz ausschöpft. Da es Google Maps seinen Nutzern erlaubt, selbst aufgenommene Bildern und Videos mit dem Kartenmaterial zu verknüpfen, wäre eine von Nutzern selbst generierte Crimemap - die zudem noch mit Fotos und -vid…

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Themen: Google , Berlin , überwachung , Kriminalitätsfurcht , Polizei/ Policing , Kiez , Crimemapping , Mapping , Verbrechensraten

Erschienen 5. März 2009 auf http://criminologia.de.

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