Der Bachelor als "rechtsnahe Ausbildung" - vom "Salto rückwärts in die Oberstufe" und einem "ironischen Zug der Geschichte"

Zwei aktuelle Beiträge hochrangiger Autoren widmen sich dem Bachelor: Der Kulturstaatsminister a. D. Julian Nida-Rümelin äußert sich in der taz zum Bachelor generell. In der FAZ schreibt Professor Dr. Christian Hattenhauer über den Bachelor in der Juristenausbildung im Speziellen. Beide sind wenig gnädig. Nida-Rümelin: Praktisch alle, die vor fünf Jahren noch optimistisch waren, sagen heute: Das ist eine Katastrophe. Vor allem die unter 45-Jährigen waren für die Umstellung auf moderne modularisierte Studiengänge. Die sagen jetzt: Was jetzt hier rauskommt, ist ja der reine Schulbetrieb. Dann hätte ich auch Gymnasiallehrer werden können. Was wir jetzt machen, ist ein Salto rückwärts in eine gigantische gymnasiale Oberstufe. Nicht sehr viel freundlicher gesinnt ist der Beitrag Hattenhauers. Nach einer - lesenswerten - historischen Erklärung der Bedeutung Bolognas gerade für die Juristenausbildung und einer geschichtlichen Darstellung derselben kommt der Professor zu den aktuellen Reformversuchen: Mit „Bologna“ droht die nächste zweifelhafte Reform. Glücklicherweise sind zwar unlängst die Pläne der Justizminister Baden-Württembergs und Sachsens gescheitert [...] In der Tat sollten alle selbst berufenen Reformer sich unkritisch mit dem Wert der gegenwärtigen juristischen Ausbildung auseinandersetzen. Ein Blick ins Ausland öffnet dabei sicherlich so manche Augen. Es bestehe, so Hattenhauer, kein Anlass, die Tradition der deutschen Juristenausbildung aufzugeben. Und weiter: Die deutschen Juristen stehen international hervorragend da, gerade auch mit der Gesamtausbildungsdauer von nur sechseinhalb Jahren. Die hohe Qualität der deutschen Rechtspflege wäre durch eine Masse minderqualifizierter Baccalaurei gefährdet, deren Zukunft auf dem Ar…

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Themen: Anwaltsmarkt , Referendariat , Studium , Karriere , Faz , Taz , Wissenschaft

Erschienen 28. März 2008 auf http://www.jurabilis.de.

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