Der Arzt, dem die Frauen vertrauen… oder so ähnlich

Es kommt nicht oft vor, aber manchmal schäme ich mich für meinen eigenen Berufsstand. Ausgerechnet eine Anwaltskanzlei kam auf die glorreiche Idee, eine neue Mitarbeiterin vertraglich zu verpflichten, im Krankheitsfall ausschließlich zu einem bestimmten Arzt zu gehen. Wie wenn das nicht genug wäre, sollte die Rechtsanwaltsgehilfin den Arzt natürlich auch gleich noch von der Schweigepflicht entbinden. Ansonsten würde der Lohn während der Krankschreibung nicht weitergezahlt.

Einen Arzt nicht des eigenen Vertrauens, dazu noch die generelle Einsicht in die Krankenakte: Das ging auch den Frankfurter Richtern deutlich zu weit! Sie erklärten die Klausel im Arbeitsvertrag für unwirksam und verdonnerten die Anwälte zur Lohnfortzahlung (Aktenzeichen: 7 Ca 1549/11). Nach Ansicht des Gerichts darf der Arbeitgeber nur in solchen Fällen einen bestimmten Arzt vorschreiben, wenn tatsächlich Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit …

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Themen: Arbeitsvertrag , Krankheit , Lohn Und Gehalt , Entgeltfortzahlung , Arzt , Gerichtsmassig , Freie Arztwahl , Arztwahl

Erschienen 27. Januar 2012 auf http://blog.betriebsrat.de.

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