Der Anwalt gehört in die Kanzlei, oder?
am 06.03.2006 von strafblog
Anruf meiner Sekretärin aus Mönchengladbach. Frau XY, die Mutter eines in der JVA einsitzenden Mandanten, ist in der Kanzlei und will mich sprechen. Sie ist aus Süddeutschland angereist, um ihren Sohn zu besuchen, und dann erwartet sie, dass sie auch mit dem Anwalt reden kann. Schließlich bezahlt sie den ja auch. Angemeldet hat sie sich nicht, wozu auch?
Ich übernehme die Dame am Telefon. Nein, ich kann heute nicht persönlich mit ihr sprechen, ich bin in Spanien und komme erst morgen wieder nach Deutschland. Sie ist ungehalten. Dafür sei sie so weit angereist. Ich bitte um Verständnis. Es mache schon Sinn, eine Besprechung vorher terminlich abzustimmen. Schließlich haben wir Verteidiger ja zumeist mehr als nur einen Mandanten und sind viel unterwegs. Auch, wenn man kein Büro auf Mallorca unterhält. Aber wenn sie will, kann sie gerne mit meiner Vertreterin sprechen. Nein, dass will sie nicht, schließlich sei ich der Verteidiger ihres Sohnes. Wo sie Recht hat, da hat sie Recht. Wir werden in 2 Wochen persönlich miteinander reden, wenn sie ihren Sohn wieder besucht. Diesmal wird vorher ein Termin festgemacht. Gut so.
Autor: RA Rainer Pohlen
Kanzlei POHLEN + MEISTER
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