Deeskalation nach Strafverhandlung.

Heute wie gesagt mal in Hessen als Strafverteidiger. Und wieder mal Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Es wurde ein wenig verhandelt; jedenfalls durften die Zeugen Polizeibeamten nicht aussagen. Nicht heute, es gibt einen neuen Termin mit "vollem Programm" und weiteren Zeugen. Jedenfalls stehe ich nach dem Termin mit dem Mandanten, seiner Freundin und seiner Oma vor dem Gericht. Wir besprechend die Sache noch mal. Augenzeugenbericht & Erinnerungsvermerk: Dann kommen die beiden Polizeibeamten die vorher als Zeugen geladen worden waren, aus dem Gebäude. Der Erste geht am Mandanten - den Angeklagten - vorbei. Ganz normal. Ca. fünf Meter hintendran sein Kollege. Bullig vom Erscheinungsbild. Auffällig für mich war, dass er direkt hinter dem Rücken des Mandanten (ca. 20 cm Abstand) und dann sofort auf die Straße ging. Als der Beamte direkt hinter dem Mandanten war, schrie dieser "Aua, der hat mir einen Rand gegeben" auf. Genauer: Der Beamte hatte einen Schirm in der Hand und fuchtelte mit diesem rum. Gerade hinter dem Rücken des Mandanten sagte dieser sowas wie das er sich über den Schirm ärgert, weil dieser nicht aufging. Das hatte schon den Anschein, durch das Fuchteln einen Grund für eine Berührung härter Art schaffen zu wollen. Immerhin war wirklich überall Platz und das sah schon sehr provozierend aus. Ich bat den Beamten zurückzukommen da mein Mandant angab gestoßen worden sein. Der Beamte war auffälligerweise sogleich auf 580 und brüllte den Mandanten an (der den "Rand" schilderte und fragte warum das nötig gewesen war), er - der Beamte - hätte diesen vielleicht mit seiner Waffe (er deutete auf diese!) zufällig und aus Versehen gestoßen. Komisch. Betroffene Hunde bellen, sagt man doch. Der Beamte brüllte dann noch völlig unangemessen, das er sich das nicht gefallen lassen würde. Es sei nichts gewesen. Klaro. Dann ging er wutschnaubend weg. Deeskalation pur. Wen…

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Erschienen 31. Mai 2011 auf http://drnozar.blogspot.com.

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