Debatte über Konsequenzen aus Datenschutz-Skandal
am 13.08.2008 von http://www.reuters.com
Berlin (Reuters) - Der Verkauf Tausender persönlicher Bankdaten hat eine Debatte über Konsequenzen aus dem Skandal ausgelöst.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar forderte schärfere Kontrollen, insbesondere bei Banken. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) plädierte für spezielle Datenfahnder, die vom Bundesinnenministerium allerdings kritisch gesehen werden. Auch die Oppositionsparteien forderten einen höheren Rang für den Datenschutz.
Die Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft bestätigte, dass sie in der Affäre um eine CD mit Kontoverbindungen von ahnungslosen Bürgern schon am Dienstag eine Firma in Viersen durchsuchen ließ. Gegen die beiden Geschäftsführer werde wegen versuchten Betrugs und Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz ermittelt. Dort wird nicht nur auf Basis einer Strafanzeige des schleswig-holsteinischen Datenschutzbeauftragten ermittelt. Inzwischen hat auch der Deutsche Dialogmarketing Verband (DDV) nach eigenen Angaben bei der Anklagebehörde in Mönchengladbach Anzeige erstattet.
Der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein war eine CD mit Namen, Geburtstagen, Adressen, Telefonnummern und Kontoverbindungen von 17.000 Bürgern zugespielt worden. Diese sei offenbar von einer Firma aus Nordrhein-Westfalen an andere Unternehmen verkauft worden. Der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert schaltete daraufhin per Strafanzeige die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach ein. Nach Einschätzung der Datenschützer stammten die Daten ursprünglich von der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL). Die SKL hatte aber versichert, sie habe nie Kundendaten an Dritte weitergegeben. Das Unternehmen sicherte zu, es wolle bei der Aufklärung des Missbrauchs helfen. Auch der DDV hatte nach eigenen Angaben einen Hinweis auf den Datenmissbrauch erhalten.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Schaar sagte dem Berliner Tagesspiegel, es seien viele Daten im Umlauf, mit denen es einen florierenden Handel gebe. Er forderte unter anderem von den Banken, Abbuchungsvorgänge eingehender zu prüfen. Nötig sei ein Gesetz, dass …
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