Finanzgerichtshof Entscheidungen: Entscheidungen des FG Düsseldorf (05.11.2009)
STEUERRECHT | 6. November 2009 — Folgende Entscheidungen hat das Finanzgericht Düsseldorf mit Datum von gestern (05.11.2009) veröffentlicht: - FG Düsseldorf U…
Betriebsausgaben und Werbungskosten sind nach § 160 AO steuerlich regelmäßig nicht zu berücksichtigen, wenn der Steuerpflichtige auf Verlangen des Finanzamtes Finanzbehörde nicht die Gläubiger oder die Empfänger genau benennt. Dies gilt, wie jetzt das Finanzgericht Düsseldorf urteilte, auch dann, wenn bei einer juristischen Person als Auftragnehmer nicht die dahinter stehenden Personen benannt werden.
Damit verlagert das Finanzgericht das Risiko eines Steuerausfalls durch “Scheinfirmen” vom Fiskus auf die jeweilgen Auftraggeber, auch wenn die “Scheinfirma” – wie in dem jetzt vom Finanzgericht Düsseldorf entschiedenen Fall – eine ordnungsgemäß im Handelsregister eingetragene GmbH ist und ihre Gewerbeanmeldung und eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des für sie zuständigen Finanzamtes vorlegt. In einem solchen Fall kann der Auftraggeber regelmäßig nicht erkennen, dass es sich um eine Gesellschaft handelt, die beabsichtigt keine Steuern zu zahlen – trotzdem will ihm das Finanzgericht das Risiko des Steuerausfalls überbürden.
In dem jetzt vom Finanzgericht Düsseldorf zu entscheidenden Verfahren war streitig, ob das Finanzamt zu Recht den Werbungskostenabzug mangels Empfängerbenennung nach § 160 AO teilweise versagt hatte. Der Kläger erzielte in den Streitjahren Einkünfte aus der Vermietung und Verpachtung von Gewerbehallen. Im Jahre 2000 ließ er schadhafte Lichtbänder in den Hallen durch Fenster ersetzen. Auf eine Zeitungsanzeige meldete sich eine im November 1999 gegründete GmbH, deren Geschäftsführer dem Kläger einen beglaubigten Handelsregisterauszug, eine Bestätigung der Gewerbeanmeldung, Unbedenklichkeitsbescheinigungen des Finanzamts sowie der Sozialversicherungsträger vorlegte. Ein schriftlicher Werkvertrag wurde nicht geschlossen. Die im Namen der GmbH erteilten Rechnungen zahlte der Kläger mit Verrechnungsschecks. Der Empfänger der Schecks quittierte den Empfang jeweils auf den Rechnungen mit unleserlichem Namen. Bei der GmbH handelte es sich tatsächlich um eine Strohmann-GmbH die von einer kriminellen Vereinigung vorwiegend italienischer Staatsbürger beherrscht wurde. Es wurden keinerlei Steuerbeträge entrichtet, tatsächlich aber Rechnungen in Höhe von über 10 Millionen DM erteilt. Der Kläger machte die Zahlungen an die GmbH in Höhe von über 80.000 DM als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend. Der Beklagte setzte die Einkommensteuer zunächst wie erklärt an, versagte jedoch im Anschluss an eine Betriebsprüfung den Werbungskostenabzug gem. § 160 AO.
Das Finanzgericht Düsseldorf folgte der Auffassung des Finanzamtes und wies die Klage ab. Empfänger bzw. Gläubiger im Sinne des § 160 AO sei entgegen der Ansicht des Klägers nicht notwendigerweise der zivilrechtliche Gläubiger der Forderung. Werde wie im Streitfall eine juristische Person zwischengeschaltet, so seien Empfänger im Sinne des § 160 AO die Hintermänner der juristischen Per…
» Vollständiger ArtikelErschienen 6. November 2009 auf http://www.rechtslupe.de.
STEUERRECHT | 6. November 2009 — Folgende Entscheidungen hat das Finanzgericht Düsseldorf mit Datum von gestern (05.11.2009) veröffentlicht: - FG Düsseldorf U…
SCHINDLER BOLTZE Rechtsanwälte | 31. Mai 2010 — Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes (BGH) hatte am 10.05.2010 die Frage zu beantworten, ob zugunsten des Geschäftsf …
Rechtslupe | 3. Juli 2009 — In einem Verfahren, das jetzt dem Finanzgericht Düsseldorf zur Entscheidung vorlag, war streitig, ob der Kläger im Streitjahr 1…
STEUERRECHT | 11. November 2011 — FG Berlin-Brandenburg Urteil vom 16.02.2011 – 12 K 12087/07 Pressemitteilung des Gerichts: “Die Kosten für private Feiern v…
STEUERRECHT | 10. Februar 2009 — FG Berlin-Brandenburg Urteil vom 18.11.2008 - 6 K 272/06 C Pressemeldung des Gerichts: “Umzugskosten sind als Werbungskoste…
Rechtslupe | 11. August 2011 — Die Androhung von Verzögerungsgeld ist nach Ansicht des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz kein Verwaltungsakt. Im hier entschied…
Blickpunkt Recht & Steuern | 5. Dezember 2007 — Nach einem jetzt veröffentlichten Urteil des Bundesfinanzhofs sind Strafverteidigungskosten Erwerbsaufwendungen, wenn der straf…
Rechtslupe | 12. Oktober 2011 — Der Vorsteuerabzug aus den Rechnungen eines sog. Hochpreisers darf versagt werden, hat das Finanzgericht Düsseldorf entschieden…
STEUERRECHT | 8. November 2010 — FG Berlin-Brandenburg Urteil vom 25.08.2010 – 12 K 12126/10 Pressemeldung des Gerichts: “Ein Steuerpflichtiger, der sich ge…
Blickpunkt Recht & Steuern | 3. Januar 2006 — Vermietet ein Gesellschafter-Geschäftsführer an seine GmbH einen in seinem Wohnhaus gelegenen Arbeitsraum, ist diese Vermietung…