Das obere Ende der juristischen Notenskala - Reformbedarf?

Welcher Jurist kennt nicht die verwunderten Blicke normaler Menschen, wenn man vom sagenumwobenen "VB" spricht, das den Eingang in das juristische Nirwana ermöglichen soll, wenn der Normalsterbliche dann erfahren muss, dass der Zugang zum juristischen Nirwana schon ab 9 von 18 möglichen Punkten gewährt wird. Ganz zu schweigen von den Problemen frischgebackener "VB-Juristen", die sich den Mund fusselig reden müssen, um der Omma zu erklären, dass man mit 9 von 18 Punkten doch ganz zufrieden sein könne und die Omma sich vor den Nachbarn für den Enkel nicht schämen müsse. Paul Hauser und Felix Wendenburg wollen dem nun endlich ein Ende bereiten und haben sich des Themas in einem lesenswerten Aufsatz in der aktuellen ZRP 2011, 18 angenommen. Hauser und Wendenburg attestieren dem bisherigen Notensystem unter anderem eine motivationshemmende Wirkung und denken kritisch über den Einfluss der derzeitigen Praxis der juristischen Notenvergabe auf das Menschenbild und die Haltung junger Juristen nach. Überraschend dürfte zudem ihr Befund sein, dass die gängige Praxis der juristischen Notenvergabe nicht nur nicht im Einklang mit dem Willen des Verordnungsgebers der Verordnung über eine Noten- und Punkteskala für die erste und zweite juristische Prüfung vom 03.12.1981 (BGBl I 1981, 1243) steht, sondern diesem sogar klar widerspricht. So plädieren Hauser und Wendenburg denn abschließend auch für eine Ausreizung der Notenskala (vor allem im Hinblick auf die oberen Punkteränge) im Einklang mit dem Willen des Verordnungsgebers. Da dies - so die Autoren wohl zu Recht - im besteh…

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Themen: Jurist

Erschienen 31. Januar 2011 auf http://www.jurabilis.de.

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