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Das neue Lehrerhasserbuch

am 30.01.2006 von strafblog

Also der SPIEGEL, der hat wieder mal ein Thema erwischt, das bei mir sofort Assoziationen hervorruft. Er berichtet nämlich unter dem Titel Versager in der Matschecke über die Berliner Journalistin Gerlinde Unverzagt, die das Lehrerhasserbuch geschrieben und sich damit bei vielen Pädagogen unbeliebt gemacht hat.

Zum SPIEGEL-Artikel

Welchem Anwalt, Arzt, Architekten und sonstigem Freiberufler kommen da nicht unwillkürlich Assoziationen. Lehrer als Mandanten, Klienten, Patienten usw. gelten bekanntermaßen als schwierig. Weil sie immer so viel wissen. Oft übrigens mehr als der arme Freiberufler, der für sie tätig werden soll. Ich erinnere mich an einen Vertreter der Zunft, der mich in meiner Funktion als Strafverteidiger aufsuchte und das Gespräch mit den Worten begann: Sie kennen doch sich die Entscheidung BGHSt. 53, 244 fortfolgende? (Die Band- und Seitenzahlen sind erfunden, mein Gedächtnis reicht nicht mehr so weit). Ich kannte die Entscheidung nicht, jedenfalls war mir die Fundstelle in der amtlichen Sammlung nicht geläufig. Wie unangenehm. Ich konterte mit der kärglichen Bemerkung, dass ich auch keine Telefonbücher auswendig lerne. Das Mandat habe ich trotzdem bekommen und auch - welch ein Glück - letztlich zur Zufriedenheit des Pädagogen bearbeitet. Vielleicht, oder besser: höchstwahrscheinlich aber nur, weil der mir immer die richtigen Tipps gegeben hat.

Naja, ich komme mit Lehrern als Mandanten im Großen und Ganzen aus, auch wenn die mich bisweilen darauf aufmerksam machen, dass sich auf Seite 17 meiner Einlassungsschrift (Lehrer verlangen ausführliche Einlassungsschriften) ein Schreibfehler eingeschlichen hat. Das sorgt gleich für einen Abzug in der Haltungsnote.

Also, ob ich das Lehrerhasserbuch je lesen werde, weiß ich noch nicht. Ich pflege ja keine Vorurteile. Und einer meiner besten Freunde ist Lehrer und eigentlich ganz in Ordnung.

Autor: RA Rainer Pohlen

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