Das Luxusleben von Enron-Chef Lay
am 03.05.2006 von http://www.strafblog.de
Dünnhäutig habe sich der frühere Enron-Chef Kenneth Lay vor Gericht gezeigt und wütend und erregt auf die Fragen der Staatsanwaltschaft zu seinem Luxusleben reagiert, meint das MANAGER MAGAZIN im Rahmen seiner Berichterstattung über den bedeutendsten Wirtschaftsstrafprozess der USA. Staatsanwalt Hueston habe dem Gericht Belege von Kreditkartenrechnungen Lays vorgelegt, wonach dieser im Januar 2001 für fast 200.000 Dollar eine Yacht mit dem Namen Amnesia charterte, um darauf mit Freunden den Geburtstag seiner Ehefrau zu feiern. Ein paar Monate später habe er seinen eigenen Geburtstag mit einem 12.000-Dollar-Urlaub gefeiert. Es ist die Art von Lebensstil, die man eben nicht wie einen Wasserhahn einfach auf- und zudrehen kann, habe Lay zu seiner Rechtfertigung ausgeführt. In den letzten drei Jahren als CEO bei Enron habe er ein Gehalt von 220 Millionen Dollar bezogen.
Die Anklage habe Lay zum Abschluss ihres Kreuzverhörs vorgeworfen, Firmenaktien im Wert von 70 Millionen Dollar an das Unternehmen zurückverkauft zu haben und gleichzeitig die Aktie vor Investoren und Angestellten als gute Anlageform gepriesen zu haben. Lay habe dabei den Verkauf möglichst geheim halten wollen, um nicht das Misstrauen der Finanzmärkte zu erregen. Die Staatsanwaltschaft wirft Lay und dem ebenfalls angeklagten Ex-Chef Jeffrey Skilling im Zusammenhang mit der milliardenschweren Enron-Pleite, bei der tausende Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren, Verschwörung, Betrug und Insider-Handel in rund drei Dutzend Anklagepunkten vor.
Für Ende dieses Monats wird das Uteil der Geschworenen erwartet.
Autor: RA Rainer Pohlen
Kanzlei POHLEN + MEISTER
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