Das Land ohne Zukunft
am 15.09.2005 von neues aus schwabenheim
Die ungarische Sprache gehört zu den schwierigsten und unlernbarsten überhaupt. Sagen jedenfalls die Ungarn selbst und sie sind, ehrlich gesagt, ein bisschen stolz darauf, auch mal in einer Disziplin zur Weltspitze zu gehören. Nach drei Wochen “European Intensive Language Course - Hungarian” kann ich mich jedenfalls schon mal einigermaßen holprig in einem Cafe durchschlagen. Allerdings nur solange nicht gefragt wird, ob ich ein großes oder kleines Glas Wasser zum Cappucino möchte. Mit oder ohne Kohlensäure. Den Cappucino mit Sahne oder Milchschaum (eine Unart, die sich bis hierher verbreitet hat, trotz Sprachbarriere). Dann greift man doch auf Deutsch oder Englisch zurück. Aber wer den guten Willen gezeigt hat, bekommt von jeder Bedienung ein freundliches Lächeln und wird nicht abgefertigt wie ein ignoranter Tourist.
Den größten Erfolg beim Ungarischlernen hat man mit Vokabeltraining. Die Wörter haben bis auf wenige Ausnahmen absolut garnichts mit einem irgendwie vertrauten Vokabular zu tun, und so muss man alles auswendig lernen. Mit Analogien oder Schätzungen kommt man der Bedeutung eines Wortes nicht näher. Aber wenn man die wichtigsten Sachen schon mal kennt, kann man wenigstens vermuten, wo das Wort aufhört und der Rattenschwanz von Endungen anfängt. Denn alles wird im ungarischen mit Endungen versehen. Relationen, Fälle, Singular oder Plural, für alles wird irgendwas an den Wortstamm angehängt und so entstehen wahre Endungs-Ungeheuer.
Der Sprachkurs hat einen guten Einstieg ermöglicht. Ich freue mich jedenfalls schon auf die Fortsetzung an der Universität ab nächster Woche. Die Sprache erscheint nicht mehr unbezwingbar, sondern als eine Herausforderung. Und es gibt einen Lichtblick: Ungarisch kennt nur zwei Zeiten, Gegenwart und einfache Vergangenheit. An seine eigene Zukunft scheint das Volk der sieben Magyarenstämme selbst nie so richtig geglaubt zu haben…
Latein im Alltag: Der Lebenslauf
Jurakopf / Jeder kennt es, vor allem Juristen nutzen es: “curricilum vitae”. Der gemeine Bürger schreibt “Lebenslauf”, uns Juristen ist das natürlich nicht gut genug. Das muss schon lateinisch sein, da hilft nix. Interessant wird es im…
Nachwuchssadist
LawBlog / Manche Kollegen kann ich nicht leiden. Sie mich wahrscheinlich auch nicht. Einer geht mir zum Beispiel auf den Geist, weil er überheblich ist und auch vor fiesen Tricks nicht zurückschreckt. Insbesondere kommt bei ihm grundsätzlich keine Post an,…
Das erste Mal in Robe
Rechtseinblicke / Mich hat es diese Woche also das erste mal getroffen: ich musste Sitzungsvertretung machen. Der weiße Langbinder saß perfekt, die Robe eher weniger. Aber das gehört wohl dazu, dass man in einer von den Vorgängern schweißgetränkten und ausgebeul…
Neues aus Budapest
neues aus schwabenheim / Erst tat sich gar nichts. Hatte mich ja schon ein bisschen beschwert. Und dann ging es los. Anruf vom Erasmus-Koordinator (auf deutsch!), Emails vom EILC-Mensch und Incoming Application Form, Law Courses List, etc. Das Semester in Budapest beginnt a…
Freiheitsberaubung?
andere Ansicht vertretbar / Jeder hat in irgendeinem Ladengeschäft bestimmt schon mal den Spruch “Rundgang nur mit Korb” gehört oder gelesen. Zugegeben, das wird in letzter Zeit weniger, kommt aber doch ab und zu noch vor. Dann aber gleich in verschärfter Variant…
Recht gehabt oder rechtgehabt mit der Rechtschreibreformreform
strafblog / Der Rat für Rechtschreibung hat, wie der rheinischen oder Rheinischen Post zu entnehmen ist, gestern einige Empfehlungen für eine Korrektur der Rechtschreibreform beschlossen. Eigentlich ist das ja eine Korrektur der Korrektur der Korrektur oder so…
