Latein im Alltag: Der Lebenslauf
Jurakopf | 10. März 2008 — Jeder kennt es, vor allem Juristen nutzen es: “curricilum vitae”. Der gemeine Bürger schreibt “Lebenslauf”, uns Juristen ist da…
Die ungarische Sprache gehört zu den schwierigsten und unlernbarsten überhaupt. Sagen jedenfalls die Ungarn selbst und sie sind, ehrlich gesagt, ein bisschen stolz darauf, auch mal in einer Disziplin zur Weltspitze zu gehören. Nach drei Wochen “European Intensive Language Course - Hungarian” kann ich mich jedenfalls schon mal einigermaßen holprig in einem Cafe durchschlagen. Allerdings nur solange nicht gefragt wird, ob ich ein großes oder kleines Glas Wasser zum Cappucino möchte. Mit oder ohne Kohlensäure. Den Cappucino mit Sahne oder Milchschaum (eine Unart, die sich bis hierher verbreitet hat, trotz Sprachbarriere). Dann greift man doch auf Deutsch oder Englisch zurück. Aber wer den guten Willen gezeigt hat, bekommt von jeder Bedienung ein freundliches Lächeln und wird nicht abgefertigt wie ein ignoranter Tourist.
Den größten Erfolg beim Ungarischlernen hat man mit Vokabeltraining. Die Wörter haben bis auf wenige Ausnahmen absolut garnichts mit einem irgendwie vertrauten Vokabular zu tun, und so muss man alles auswendig lernen. Mit Analogien oder Schätzungen kommt man der Bedeutung eines Wortes nicht näher. Aber wenn man die wichtigsten Sachen schon mal kennt, kann man wenigstens vermuten, wo das Wort aufhört und der Rattenschwanz von Endungen anfängt. Denn alles wird im ungarischen mit Endungen versehen. Relationen, Fälle, Singular oder Plural, für alles wird irgendwas an den Wortstamm angehängt und so entstehen wahre Endungs-Ungeheuer.
Der Sprachkurs hat einen guten Einstieg ermöglicht. Ich freue mich jedenfalls schon auf die Fortsetzung an der Universität ab nächster Woche. Die Sprache erscheint nicht mehr unbezwingbar, sondern als eine Herausforderung. Und es gibt einen Lichtblick: Ungarisch kennt nur zwei Zeiten, Gegenwart und einfache Vergangenheit. An seine eigene Zukunft scheint das Volk der sieben Magyarenstämme selbst nie so richtig geglaubt zu haben…
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